Rezension

Der Zauber des Kochens und die geheime Zutat - wie Menschen wieder näher zusammen kommen

Scarlett - Laurel Remington

Scarlett
von Laurel Remington

Bewertet mit 4 Sternen

Eine ergreifende, moderne Geschichte, die zum schwelgen einlädt.

Inhalt:
Scarlett ist der Star auf dem Blog ihrer Mutter und sie hasst es. Jeder kennt all ihre peinlichsten Erlebnisse.
Doch als sie in der Küche der alten Rosemary ein handgeschriebenes Kochbuch entdeckt, beginnt sich alles zu ändern. Scarlett findet neue Freundinnen, gründet einen geheimen Kochklub und sogar ihre Mum ist nicht mehr ganz so schlimm.

Der Einstieg in die Geschichte gelang mir sehr schnell. Ich konnte sofort mit Scarlett mitfühlen, denn wirklich niemand will wohl, dass seine peinlichsten Geheimnisse und sein komplettes Privatleben ins Internet hinausposaunt werden. Schon garnicht von der eigenen Mutter.
Zu Beginn ist Scarlett ziemlich verunsichert und zurückgezogen. Sie geht ihren Mitschülern und ihrer Mutter so gut es geht aus dem Weg und wagt es nicht irgendetwas in ihrer Freizeit zu tun. Alles um ihrer Mutter ja keine Angriffsfläche zu liefern.
Das wirkt ziemlich bedrückend und man ist genauso aufgeregt wie Scarlett, als sie den Weg in die fantastische Küche ihrer alten Nachbarin Rosemary findet.

Laurel Remington thematisiert in ihrem Buch aktuelle und ernste Themen, wie Mobbing, Trennung der Eltern, Einsamkeit im Alter, Trauer und Tod. Aber auch Freundschaft, Zusammenhalt, Verzeihen und die Freude an gutem Essen sind Teil der Handlung.
Es dauert eine ganze Weile, bis Scarlett Vertrauen aufbaut und bis alle Figuren zusammen funktionieren. Bis dahin kommen sie einem hin und wieder etwas hölzern vor.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen. Die Kapitel sind angenehm kurz und die Dialoge sind gut den einzelnen Charakteren zuzuordnen. Bei den Koch- und Backbeschreibungen ist mir immer wieder das Wasser im Mund zusammengelaufen.
Leider sind in meinem ebook bis auf die Zimtteilchen keine Rezepte enthalten. Ob das im Hardcover anders ist kann ich leider nicht sagen. Ich hätte sie mir auf jeden Fall gewünscht, denn einige der Kreationen klingen wirklich großartig.
Mit 250 Seiten ist die Geschichte schnell erzählt, alles ist gut auf den Punkt gebracht. Für jüngere Leser ist dieser Umfang ideal.

Fazit:
Eine zauberhafte Geschichte, die sehr ernste Themen mit etwas Zuckerguss und Glitzer verpackt. Vor allem für junge Lese sehr zu empfehlen.