Rezension

Die Geschichte um Liv Silber geht weiter, auch wenn nicht wirklich viel passiert

Silber - Das zweite Buch der Träume - Kerstin Gier

Silber - Das zweite Buch der Träume
von Kerstin Gier

Bewertet mit 4 Sternen

Meine Meinung

Kaum bringt Kerstin Gier ein neues Buch heraus, schon ist es in aller Munde und springt einen überall im Internet an. Dementsprechend sind die Erwartungen natürlich ziemlich hoch, erst recht nach der mega erfolgreichen Edelstein-Trilogie. Silber ist wirklich eine gute Trilogie, aber sie kommt nicht an die Geschichte um Gwen und Gideon ran. Natürlich ist es auch etwas ganz anderes, trotzdem kann der Funke bei mir nicht überspringen. Es packt mich leider nicht so und ich habe kein Problem damit auf den nächsten Band zu warten.
Trotzdem war ich froh jetzt den 2. Teil lesen zu können. Wer nicht mehr so genau weiß, was vorher passiert ist, wird nach und nach in die Geschichte eingeführt, ohne dass es langweilig wird. Das hat die Autorin wirklich super hinbekommen.

Es war ein typischer zweiter Teil einer Trilogie. Irgendwie ging es nicht wirklich voran, die Geschichte hat einen kleinen Durchhänger und mir persönlich ist der rote Faden verloren gegangen. Ich weiß wirklich nicht wo die Geschichte hingehen und worauf ich hin fiebern soll.

Bei Liv und Henry kriselt es, denn sie fragt sich z.B. wieso sie nie mit zu ihm nach Hause kann. Man wartet eigentlich nur auf einen Streit. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass es zwischen Liv und ihrem Stiefbruder Grayson knistert. Er kümmert sich sehr liebevoll um sie und ihre Schwester und trotzdem liegt manchmal eine gewisse Spannung in der Luft. Mal schauen wie es da im 3. Teil weitergeht, denn schon im 1. Band ist mir das aufgefallen und Henry ist definitiv nicht mein Favorit.

Mir haben die Szenen in der “Traumwelt” wieder sehr gut gefallen, wobei das auch die einzigen waren, wo mal etwas mehr Spannung aufkam. Denn insgesamt war das Buch eher etwas ruhig und das Spannunglevel bliebt relativ auf einer Höhe. Es gab keinen wirklichen Höhepunkt und ich hatte nicht so den Drang weiterzulesen, wie beim Vorgänger.

Ja, das Cover ist traumhaft – wissen wir doch alle [;-)] Aber auch innen ist das Buch sehr schön gestaltet worden und wenn man den Schutzumschlag abnimmt, hat man nochmal ein anderes Cover (das hat mir dann allerdings weniger gut gefallen). Diese Kombination von Türkis, Silber und Schwarz gefällt mir sogar noch besser, als das Cover des ersten Teils.

Kerstin Gier hat einen tollen Schreibstil und wer die Autorin mal live erlebt hat weiß, dass sie auch genauso redet. Selbst diese kleinen spitzen Bemerkungen, die wir in ihren Büchern so lieben, das ist einfach sie. Wenn ich mir Liv vorstelle, dann sehe ich eine kleine Kerstin.

Ich bin kein Freund von Fußnoten und ich habe mich gefragt, was die hier zu suchen hatten. Ich kenne des eher aus historischen Romanen, wobei sie da informieren sollen und man kann sie sich auch erst später ansehen (sollte man Interesse haben). Hier waren sie zwar oft recht komisch, aber sie haben den Lesefluss gestört, zumal sie im 1. Band nicht vorkamen. Wieso also erst jetzt?

Highlights waren für mich die Artikel aus dem Tittle-Tattle-Blog, von denen hätte ich gerne noch mehr gelesen. Und wir sind doch alle schon ganz gespannt, wer sich dahinter verbirgt. Ich habe immer noch keine Ahnung.

Insgesamt finde ich es etwas schade, dass die Geschichte nicht so richtig weiterging und wenig passiert ist. Vielleicht wäre eine Dilogie besser gewesen…

Fazit

Die Geschichte um Liv Silber geht weiter, auch wenn nicht wirklich viel passiert. Solider zweiter Teil, mehr aber leider nicht. Dafür liebe ich den Schreibstil und den Humor von Kerstin Gier.