Rezension

Die Nähe zur Realität gepaart mit Fiktion machen diesen Thriller unglaublich fesselnd und beängstigend

Lena Halberg: Der Cellist - Ernest Nyborg

Lena Halberg: Der Cellist
von Ernest Nyborg

Die Nähe zur Realität gepaart mit Fiktion machen diesen Thriller unglaublich fesselnd und beängstigend

Protagonistin Lena, eine Journalistin, stößt auf einen Artikel über einen toten Banker, der angeblich Selbstmord begangen hat. Doch weil er 2 Tickets zu verschiedenen Destinations in der Tasche hatte, glaubt sie nicht an Suizid. Ein Ticket war für Havana gelöst, und Lena vermutet einen Zusammenhang mit den Panama-Papers. Sie beginnt zu ermitteln. Ihre Nachforschungen führen Sie wieder über den halben Erdball von Italien über Estland nach Finnland und zurück über Frankfurt wieder nach Italien. Die Schweiz ist involviert, Albanien, Montenegro und Bolivien ebenso. Sie ist mutig, konsequent und manchmal etwas zu forsch, so dass sie immer wieder in Schwierigkeiten gerät, was sie aber auch sehr sympathisch macht. Ihre Fragen sind teilweise so brisant, dass sie damit einflussreichen Menschen auf den Schlips tritt, was eine Welle an Aktionen auslöst. Wird es ihr auch in diesem Fall wieder gelingen, alles aufzuklären und heil aus der Sache herauszukommen?

Die Protagonistin war mir von Beginn an sehr sympathisch und ich hatte keine Probleme, mich in sie hinein zu versetzen. Obwohl es sich bei dem Thriller um den 4. Band einer Reihe handelt und ich nur einen der Vorgänger kenne, hatte ich kein Problem damit. Es gab genügend Hinweise auf die Vergangenheit, um alles nachvollziehen zu können.

Der Schreibstil des Autors ist einfach wunderbar und mitreißend. Dadurch, dass reale Ereignisse mit einer gehörigen Portion Fiktion gemischt wurden, bekommt die Geschichte eine beängstigende Eigendynamik, der ich mich absolut nicht entziehen konnte. Alles könnte tatsächlich so passieren bzw. passiert sein. Es ist daher schwierig, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Und das macht das ganze unheimlich beklemmend und fesselnd.

Auch mein zweites Buch des Autors hat mich wieder absolut positiv überrascht. Die ersten Kapitel sind bei Ernest Nyborg immer etwas verwirrend, da es viele Namen und Handlungsstränge auseinanderzuhalten gibt. Die Geschichte nimmt immer wieder dramatische Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Aufgrund der hohen Spannung, der Überraschungseffekte und vor allem der Nähe zur Realität kann ich den Roman absolut weiterempfehlen. Für mich ist er 5 von 5 Sternen wert.