Rezension

dramatischer Stoff!

Das Bekenntnis - John Grisham

Das Bekenntnis
von John Grisham

Bewertet mit 2.5 Sternen

gut geschrieben, seriös recherchiert - erreicht hat mich das Buch trotzdem nicht!

Nach langer Zeit wollte ich es mal wieder mit einem Roman von Grisham versuchen. Meine Begeisterung hält sich sehr in Grenzen.

USA, 1946, Pete tut, was er seiner Meinung nach tun muss und erschiesst den Pfarrer seiner Gemeinde. Anschliessend lässt er sich verhaften und trägt stoisch die Konsequenzen. Über die Gründe schweigt er sich aus.

Eine sehr spannende Ausgangslage, die der Autor im ersten Teil durchaus auch aufrechterhalten kann. Die Frage nach dem Warum beschäftigt nicht nur den Leser, sondern ein ganzes Städtchen. Pete ist ein hochangesehener Kriegsheld und ein geachteter und erfolgreicher Baumwollfarmer. Auch seine beiden Kinder und seine Schwester stehen vor einem Rätsel.

Trotz der spannenden Ausgangslage hatte ich bald Ermüdungserscheinungen. Grisham seziert den Gerichtsfall in seine Einzelteile. Von allen Seiten wird das Vorgehen beleuchtet, erklärt und beschrieben. Neue Erkenntnisse? Keine!

Und obwohl alles so ausführlich beschrieben wird, bleiben die Personen vage, ich fand keinen Zugang. So konnte ich wenig Nähe aufbauen. Eine absolut dramatische Geschichte löste keine Emotionen bei mir aus.

Der gut recherchierte Mittelteil war zwar eindrücklich und sehr dramatisch. Der Autor hat sich auch hier viel Mühe gegeben die Kriegsgreuel auf den Philippinen sehr anschaulich zu beschreiben. Als Erklärung für die Todesschüsse bringen sie den Leser aber auch nicht weiter.

Keiner der Hauptfiguren kann oder will (Pete) die Handlung beeinflussen. Alle wirken inaktiv, ihre Aktionen erzeugen keine Spannung und auch keine Emotionen.

Fazit

3 Sterne für einen angenehmen und einfachen Schreibstil und seriöse Hintergrundinformationen. Die detaillierten Beschreibungen haben meinen Geschmack nicht getroffen. Die Hauptfiguren haben mich nicht berührt. Von der Auflösung war ich enttäuscht.