Rezension

Ein aktueller, spannender Thriller mit einigen Längen

Invisible
von Ursula Poznanski Arno Strobel

Bewertet mit 3 Sternen

„Jeder könnte das nächste Opfer sein und jeder der nächste Täter.“ (Zitat Seite 69)

 

Inhalt:

Ein angesehener, sehr bekannter Gefäßchirurg betritt einen OP-Raum in einem Hamburger Krankenhaus und rammt dem Patienten ein Skalpell ins Herz. Dann lässt er sich ohne Widerstand festnehmen. Dies ist nur der Auftakt zu einer Serie von weiteren brutalen Morden. Alle Täter sagen aus, dass sie das Opfer nicht kannten, von diesem aber per Email beschimpft, verfolgt und in ihrer Existenz bedroht worden seien und dies habe sie schließlich unendlich wütend gemacht. Die Ermittler Salomon und Buchholz stehen unter Zeitdruck und suchen unermüdlich nach irgendeiner Verbindung zwischen den Tätern, den Opfern und brauchen dringend Resultate, um weitere Morde verhindern zu können.

 

Thema und Genre:

In diesem Thriller geht es um die Frage, wie weit man Menschen manipulieren kann und um sehr aktuelle, reale Möglichkeiten. Ein Thema, das nachdenklich stimmt.

 

Charaktere:

Die beiden Ermittler Nina Salomon und Daniel Buchholz sind in diesem neuen Fall auch stark mit ihrem Privatleben und persönlichen Problemen beschäftigt. Dies beeinflusst das gute Einvernehmen im Team und auch ihre Tätigkeit als Ermittler.

 

Handlung und Schreibstil:

Die Geschichte spielt in Hamburg und wird abwechselnd von Salomon und Buchholz geschildert, wodurch manche Szenen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet werden. Beide Sichtweisen ergänzen einander, sodass sich für den Leser ein klarer Ablauf der Ereignisse ergibt. Leider überwiegen in der ersten Hälfte des Buches die Schilderungen der persönlichen Befindlichkeiten der Ermittler, es wird mit zahlreichen Hints gearbeitet, obwohl man als Leser ohnedies bald die Zusammenhänge vermutet. Dies nimmt der Handlung die Spannung. Erst etwa im letzten Drittel des Buches wird es richtig packend und man liest auch gerne weiter.

 

Fazit:

Ich hatte mich nach dem großartigen ersten Fall dieser Reihe um die Ermittler Salomon-Buchholz sehr auf diesen zweiten Band gefreut. Doch leider kommt dieser nicht an „Anonym“ heran. Die langatmigen Schilderungen der privaten Probleme der Ermittler, insbesondere von Daniel Buchholz, führen dazu, dass sich die Spannung nur langsam aufbaut. Ein sehr gut durchdachter, realistischer Thriller zu einem aktuellen Thema, aber mit einigen Schwächen.