Rezension

Ein Buch zum Abschalten und Entspannen, aber auch sehr klischeebelastet.

Sylt oder solo - Claudia Thesenfitz

Sylt oder solo
von Claudia Thesenfitz

Bewertet mit 3 Sternen

Der Roman "Sylt oder solo" von Claudia Thesenfitz ist der dritte Teil ihrer Glücksroman-Reihe, die auf Sylt spielt. Die Reihe erscheint im Ullstein Verlag. Nina betreibt gemeinsam mit ihrem Freund Jan eine Surfschule mit einem Strandbistro auf Sylt. Gerade ist Winter und das Wetter zeigt sich nicht von der besten Seite. Jan ist ein echter Surferboy und 8 Jahre jünger als Nina. Ihre Beziehung ist in einer Phase, in der die Leidenschaft füreinander nicht mehr so stark ist, der Gewöhnungseffekt ist eingetreten. Nina zweifelt an ihrem Alterungsprozess, während Jan erkennt, dass seine Tage als Surflehrer gezählt sind und sein Studium beenden möchte. Nina muss sich klar werden, ob sie an Jans Seite ihr Glück gefunden hat oder ob es noch andere Wege im Leben gibt. Aber was will sie wirklich?

"Die Liebe ist eine wunderbare Möglichkeit, ein besserer Mensch zu werden. Denn nur wenn du jemanden wirklich liebst, bist du uneigennützig." Zitat Seite 252

 

Die ersten beiden Teile dieser Buchreihe kenne ich nicht, doch die Protagonisten Nina und Jan werden mit den nötigen Details vorgestellt. Man erfährt, dass sie sich drei Jahre kennen und ein glückliche Beziehung führen. Ihr Altersunterschied von 8 Jahren ist nicht eklatant, aber Nina hat als die Ältere so ihre Probleme mit der normalen Entwicklung des weiblichen Körpers jenseits der 40. Auch kann sie nicht hinnehmen, dass der normale Alltag in einer Beziehung sämtliche Fehler des anderen offen zeigt und so hasst sie zum Beispiel Jans Marotte, seine Kleidung oder Küchenutensilien nicht aufzuräumen. Von der anfänglichen romantischen Leidenschaft ist nicht mehr viel zu spüren und nun ist die Frage, ob noch genügend Liebe im Spiel ist, um die Beziehung aufrecht zu erhalten. 

 

Claudia Thesenfitz punktet mit ihrem lockeren, anschaulichen und bildhaften Schreibstil, der sich sehr flüssig liest. Automatisch fühlt man sich direkt an den Schauplatz versetzt und erlebt die Nordsee bei Sonne und stürmischer See mit.

Die Hauptcharaktere empfinde ich etwas klischeehaft beschrieben, doch vielleicht liegt gerade darin der Unterhaltungswert, denn das Verhalten zeigt einige Parallelen zu dem, was man von sich selbst oder vom eigenen Personen-Umfeld kennt. Mich hat jedoch das Gejammere Ninas über ihr Altern etwas genervt und auch ihre Unsicherheit in Bezug auf die Beziehung mit Jan. Doch allmählich wird sie sich klar, was sie wirklich will und kämpft. Um was oder wen, muss man selbst beim Lesen herausfinden.

 

Insgesamt kann ich diesen Roman mit kleinen Abstrichen empfehlen. Die Geschichte unterhält gut, auch wenn sie etwas vorhersehbar ist und da sie den Leser direkt an den Nordsee-Strand bringt, bietet sie sich ideal für den nächsten Urlaub an. Wer eine leichte Sommergeschichte als Lektüre zum Abschalten und für zwischendurch sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen.