Rezension

Eine Geschichte, die unter die Haut geht

Ein guter Tag zum Leben - Lisa Genova

Ein guter Tag zum Leben
von Lisa Genova

Bewertet mit 5 Sternen

Joe ist 44 und mit Leib und Seele Polizist in Boston. Er ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern. Alles ist bestens, er ist glücklich. Doch dann fangen die ersten Probleme an. Sachen, die ihm aus der Hand gleiten, Wutausbrüche und Probleme in den Knien. Zuckende Beine. Als seine Frau ihn endlich überreden kann, zum Arzt zu gehen, ahnt er nichts schlimmes. Doch die Diagnose wirft nicht nur sein Leben durcheinander, sondern auch das seiner Kinder. Die Diagnose ist hart : Chorea Huntington. Eine dominate Erbkrankheit, die er mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % weiter gegeben hat.

Für mich war es das erste Buch von Lisa Genova, obwohl ich schon viel von ihren Bücher gehört habe. "Still Alice" ist sogar schon verfilmt worden. Die Autorin setzt sich in ihren Büchern immer mit verschiedenen Krankheiten auseinander. Diesmal hat sie der mir bis dato fast unbekannten Krankheit Huntington ein Gesicht gegeben. Eine Krankheit, unter der in Deutschland etwa 10.000 Menschen leiden.
Am Beispiel einer Familie, den O´Brians, lässt sie uns nicht nur teilhaben an den Auswirkungen der Krankheit, sondern vor allem mit den psychischen Problemen, die dadurch ausgelöst werden.
Soll ich mich testen lassen ? Da Huntigton eine Krankheit ist, die ausgelöst wird durch ein Gendefekt, lässt sich schon früh herausfinden, ob man betroffen ist. Die Krankheit selber bricht erst in "den besten Jahren" aus, meistens zwischen 25 und 45.

Weder kitschig, noch zu emotional, dennoch sehr unter die Haut gehend, schildert Lisa Genova am Beispiel dieser Familie, die ersten Anzeichen, die Veränderungen, aber auch die anderen Probleme, die diese Krankheit verursacht. Sie erzählt aus Sicht des Vaters Joe und abwechselnd auch von der jüngsten Tochter Katie. So bekommt der Leser Einblick in die Gedanken und Gefühle zweier Generationen. Interessant sind auch immer wieder die fachlichen Einschübe, Erklärungen zur Krankheit, die die Autorin vor manche Abschnitte gesetzt hat.

Ausführlich und ergreifend schildert sie am Ende noch im Nachwort, wie sie für dieses Buch recherchiert hat.

Fazit:
Eine Geschichte,  die unter die Haut  geht und einer seltenen, aber schlimmen Krankheit  ein Gesicht  gibt. Lesen !!!