Rezension

Eine herzergreifende Liebesgeschichte und ein ergreifendes Schicksal

Weil ich Layken liebe
von Colleen Hoover

Eine sehr gefühlvolle Geschichte mit viel Poesie und Ratschlägen fürs Leben

Layken hat gerade erst ihren Vater verloren und zieht nun zusammen mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Kel von dem warmen Texas ins kalte Michigan. Dort lernt sie ihren Nachbarn Will kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch schon ein paar Tage später kommt die Ernüchterung: Will ist Laykens Lehrer. Und als wäre das noch nicht genug Gefühlschaos, erfährt Layken auch noch, dass ihre Mutter unheilbar an Lungenkrebs erkrankt ist.
Die verbotene Liebe zwischen Will und Layken, oder Lake wie sie von ihren Freunden genannt wird, hat mich ist sehr glaubhaft rübergebracht worden und spielte sich in zwei Phasen ab: Auf der einen Seite waren die beiden innerlich zerrissen, weil sie ihre Gefühle nicht ausleben konnten und auf der anderen Seite haben sie es geschafft zwischenzeitlich als Freunde füreinander da zu sein. Dieses Wechselspiel hat mir sehr gut gefallen, weil es somit kein Abdriften ins dauerhafte Jammern gab.
Das Schicksal von Lakes Mutter ist sehr bewegend dargestellt worden. So manches Mal musste ich schon ein paar Tränchen vergießen. Die Autorin hat es aber auch hier geschafft, dass die Charaktere nicht in ständiger Trauer vor sich hinvegetiert sind, sondern gelernt haben mit der Situation umzugehen und an ihr zu wachsen. Lakes Mutter kennt ihre Diagnose schon etwas länger und hat sich schon so einiges an Gedanken gemacht was sie ihren Kindern mit auf den Weg geben möchte und dass sie auch gut versorgt sind. Sie gibt wirklich gute Ratschläge und geht ganz rührend mit ihren Kindern um.
Besonders haben mir die Charaktere gefallen. Sie sind so liebevoll gestaltet worden und es gibt eigentlich keinen, den ich nicht ins Herz geschlossen haben. And I absolutely adore Kel. Er ist mein absoluter Liebling und die Perle des ganzen Buches. Seine kleinen Eigenarten muss man einfach lieb gewinnen. Kel, you love I. Diejenigen, die das Buch gelesen haben, werden verstehen was ich damit meine.
Als kleines i-Tüpfelchen ist das Buch noch mit Gedichten gespickt. Ich nehme mal stark an, dass die Autorin die selbst geschrieben hat. Es sind keine von Goethe und dergleichen und auf den ersten Blick hätte ich niemals gesagt, dass es überhaupt Gedichte sind. Sie klingen eher wie Geschichten, da es normale Sätze sind, die sich auch nicht reimen. Ich war noch nie bei einem Poetry-Slam, aber solche Gedichte, die dort performt werden, kommen hier vor. Demnächst werde ich mir mal so einen Poetry-Slam anschauen, da ich diesbezüglich echt neugierig geworden bin. Normalerweise mache ich ja um Gedichte einen großen Bogen, aber diese Art davon hat mir richtig gut gefallen.
Zusätzlich beginnt jedes Kapitel mit Zitaten aus den Songs von den Avett Brothers. Die Jungs schreiben echt gute Texte. Vorher kannte ich sie nicht und ihre Musik mag ich auch nicht besonders, nachdem ich mal reingehört habe, aber die Texte sind genial.
Auf jeden Fall hat mich der Roman in seinen Bann gezogen und zu Tränen gerührt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen, die selber Krebs haben oder Verwandte, die daran erkrankt sind hier ein wenig Trost finden können und die Freude am Leben wieder entdecken. Ich persönlich werde allerdings die Fortsetzungen nicht lesen. Dieses Buch ist perfekt genauso wie es ist.