Rezension

Eine schöne Liebesgeschichte, die ein kleines Kribbeln verursacht

Weil ich Layken liebe
von Colleen Hoover

Bewertet mit 4 Sternen

Nachdem ich die aufwühlende Geschichte 'Ich versprach dir die Liebe' von Priscille Sibley beendet habe, dachte ich, dass ich jetzt eine locker-leichte Lovestory mit einer ordentlichen Portion Kitsch vertragen könnte. Ich konnte ja (trotz vieler Rezensionen) nicht ahnen, dass es eben nicht nur diese locker-leichte Lovestory ist. Denn bei 'Weil ich Layken liebe' geht es neben der Liebe nämlich auch noch um das Leben selber, die Familie und ein kleines bisschen um dem Tod.

Das Buch beginnt sofort mit dem Umzug von Layken's Familie nach Michigan. Dort lernt sie gleich am ersten Abend Will kennen, in den sie sich sofort verliebt. Praktisch Liebe auf den ersten Blick.  Dass das große Ende da noch kommt, war zu erwarten, denn sonst wäre die Geschichte ja bereits nach 50 Seiten wieder zu Ende gewesen. Da ich ja prinzipiell erstmal vom Negativen ausgehe, habe ich schon mit einem Todesfall gerechnet. Dem war - Colleen Hoover sei Dank - nicht so, was mich  schon mal beruhigt hat. Der tatsächliche Grund, warum sich die beiden dann doch wieder trennen mussten, war aber auch für mich ziemlich überraschend und unerwartet.

Will und Layken haben beide ihr Päck'chen im Leben zu tragen, mit denen jeder auf seine eigene Art und Weise umzugehen weiß. Layken ist nicht das typische Girlie-Mädchen. Sie hat ihren eigenen Sinn für Humor, kann auch mal mit anpacken und kümmert sich liebevoll um ihren kleinen Bruder. Sie passt im Grunde perfekt zu Will. Dass Will sehr gut aussieht kann an dieser Stelle eigentlich unerwähnt bleiben, denn das tun die Männer in solchen Romanen immer (!). Will ist intelligent, verantwortungsbewusst und sensibel. Seine große Leidenschaft ist der Poetry-Slam, wovon ich persönlich spätestens seit Julia Engelmann sowieso begeistert bin. Kurz erwähnen möchte ich noch Layken's Mutter Julia und ihren kleinen Bruder Kel. Layken's Mutter ist unglaublich liebenswert. Sie ist fürsorglich, hat immer den perfekten Rat auf Lager und scheint manchmal mehr Freundin als Mutter zu sein. Kel ist ein aufgeweckter, lebensfroher Junge, der es tatsächlich schafft in jeder Situation seiner Mutter und seiner Schweister ein Lächeln in's Gesicht zu zaubern. Und dann gäbe es da noch Layken's beste Freundin Eddie, die auch mit dem Schicksal zu kämpfen  hatte und in unterschiedlichen Pflegefamilien aufgewachsen ist. Sie verspüht das volle Leben und ist dabei irgendwie ein bisschen durchgeknallt aber auf eine sympathische Art und Weise.

Der Schreibstil ist locker und unkompliziert, weshalb man durch die 349 Seiten schnell durchkommt.  Zwischendurch sind zwei, drei kleine Stellen dabei, die für mich ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen wurden und genau an den Stellen ging mir Layken auch ein kleines bisschen auf die Nerven. Da hätte sie ruhig ein bisschen mehr von ihrer Freundin Eddie haben können.
Wie schon erwähnt, bringt die Autorin uns hier dem Poetry-Slam näher. Ich muss gestehen, dass ich die Gedichte schon fast berührender fand als die Liebesgeschichte selber. Die Gedichte haben mitten in mein Herz getroffen und ich hoffe inständig, dass wir den Poetry-Slam auch in Band 2 wiederfinden.

Das Ende war wirklich unglaublich emotional, aber entgegen der Erwartung musste ich diesmal nicht weinen, und das obwohl ich die Erste bin, die bei auch nur annährend emotionalen Stellen Tränen vergießt. Das Ende war traurig und schön zugleich (ja, das geht!) und damit absolut richtig.

Mein Fazit
Eine schöne Liebesgeschichte, die für ein kleines Kribbelm im Bauch sorgt und mit der man gleichzeitig die kompletten 349 Seiten mitfiebert, wie sie ausgeht. Sie überzeugt mit ungewöhnlichen aber überaus sympathischen Charakteren. Und als würde die Liebesgeschichte nicht schon reichen, bringt Colleen Hoover durch den Poetry-Slam noch mehr Emotionen und Tiefgang in die Story.