Rezension

Ganz nett, aber leider auch nicht mehr

Reiterhof Glückstal - Heubodentage und Lagerfeuernächte - Marie Sonnleitner

Reiterhof Glückstal - Heubodentage und Lagerfeuernächte
von Marie Sonnleitner

Bewertet mit 2.5 Sternen

Zu Pferdebüchern greife ich immer wahnsinnig gerne. Meine Neugier war daher auch sofort geweckt, als ich auf den ersten Band von „Reiterhof Glückstal“ gestoßen bin. Das Cover finde ich richtig hübsch, da war es bei mir Pferdecoverliebe auf den ersten Blick. Da auch der Klappentext sehr vielversprechend klang, ließ ich das Buch gerne bei mir einziehen.

 

Mit ihrem Vater ist Hanna vor kurzem nach Gessenhausen gezogen, ein kleines Kaff in Bayern. Wirklich begeistert ist Hanna nicht darüber. Zumindest anfangs. Als sie entdeckt, dass der Nachbarhof einen Pferdestall besitzt, ist ihre schlechte Laune im Nu verflogen. Zusammen mit ihrer neuen Freundin Mia und dem Jungen Philipp verbringt sie jede freie Minute mit den Pferden und unternimmt jede Menge Ausritte in der wunderschönen Natur. Alles könnte so schön sein, doch dann eröffnet die Hofbesitzerin Vera den drei Freunden, dass sie eine Ferienpension auf Hof Glückstal eröffnen möchte. Mia und Hanna bekommen es sofort mit der Angst zu tun: Was, wenn sie fortan nicht mehr so oft reiten dürfen wie bisher? Sie können Veras Entscheidung allerdings verstehen, denn diese plagen Geldsorgen. Der Hof muss dringend renoviert werden, nur so etwas kostet eben. Als die beiden ersten Feriengäste eintreffen, sieht es zuerst nicht so aus, als würde dies ein angenehmer Sommer werden. Ob es Mia, Hanna und Philipp wohl noch gelingen wird, sich mit dem Gedanken, dass Glückstal nun Gäste beherbergt, anzufreunden?

 

Mich konnte der Auftakt dieser neuen Pferdebuchreihe leider nicht überzeugen. Womit ich stellenweise meine Probleme hatte, war der Schreibstil. Ich habe ihn nicht immer als flüssig empfunden, sodass ich öfters beim Lesen ins stocken geraten bin.

 

Was mich auch etwas enttäuscht hat, ist die Handlung. Diese war mir leider zu langweilig, etwas mehr Spannung und überraschende Wendungen hätten dem Buch in meinen Augen ganz gut getan. Gefühlt passiert in dem Buch nicht allzu viel. Für mich hat sich das Ganze etwas gezogen, aber abgebrochen habe ich das Buch nicht, so schlecht fand ich es dann doch nicht.

 

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Szenen mit den Pferden. Pferdemädchen werden hier ganz auf ihre Kosten kommen. Die Pferdemomente haben etwas herrlich Unbeschwertes und Harmonisches. Verstärkt wird dies noch durch das Setting. Ein kleines Dorf, idyllisch gelegen in der wunderschönen Natur Bayerns, das passt für mich einfach perfekt zu einem Pferdebuch. Die Beschreibungen des Schauplatzes sind der Autorin wirklich wunderbar gelungen. Was ich wiederum weniger gut fand, war die Ausarbeitung der Charaktere.

 

Unsere Protagonistin Hanna, aus deren Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, war mir zwar sehr sympathisch, nur war sie mir zu blass und oberflächlich. Ich konnte einfach keine Bindung zu ihr aufbauen. Sie ist so ein Charakter, der mir nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Ihre Freundin Mia hat mir da schon besser gefallen, aber da auch bei ihr nicht in die Tiefe gegangen wird, ist sie für mich leider auch so jemand, den ich im Nu vergessen haben werde. Vielleicht liegt es daran, dass ich deutlich älter bin als die zwei, ich weiß es nicht. Das Buch wird ab 10 Jahren empfohlen, vielleicht empfindet die Zielgruppe hier anders.

 

Den Jungen Philipp mochte ich ebenfalls recht gerne und vor allem die ängstliche Leonie, die eine der ersten Feriengäste auf Hof Glückstal sein wird, hat mir sehr gut gefallen. Bei ihr erfahren wir etwas mehr über ihre Hintergrundgeschichte und sie macht von allen Charakteren auch die stärkste Entwicklung durch. Jan, der andere Feriengast, entwickelt sich ebenfalls prima weiter, nur fand ich ihn leider nicht immer so richtig sympathisch.

Ihr merkt vielleicht gerade, die Charaktere in dem Buch haben mich etwas zwiespältig zurückgelassen. Ich kann auch noch nicht mal so genau sagen, woran es lag. Ich konnte das Handeln von allen eigentlich jederzeit nachvollziehen und in meinen Augen benehmen sie sich für ihr Alter genau richtig und wirken sehr authentisch. Dennoch war da etwas, das mich gestört hat.

 

Ich habe gesehen, dass nächstes Jahr bereits der zweite Band erscheinen wird. Diesen werde ich sehr wahrscheinlich nicht lesen. Band 1 endet auch nicht so, als das ich neugierig darauf geworden wäre, wie es weitergehen mag.

Schon schade, allerdings muss das ja nicht heißen, dass das bei jedem so sein wird. Die Geschmäcker sind ja bekanntermaßen verschieden. Für mich war dieses Buch eben leider nicht so gut wie von mir erhofft. Hier denke ich, dass jüngere Leser mehr Spaß beim Lesen haben werden als ältere.

 

Fazit: Mich hat das Buch leider etwas enttäuscht. Die Charaktere waren mir zu blass, den Schreibstil habe ich nicht immer als flüssig empfunden und die Handlung empfand ich als ziemlich langweilig. Was ich aber toll fand, waren die Pferdemomente und das Setting. Ich werde die Reihe dennoch nicht weiterverfolgen, zumindest ist das mein aktueller Stand. Empfehlen kann ich das Buch Pferdefans ab 10 Jahren, die es lieber ruhiger haben und die mehr wert auf schöne Pferdeszenen als auf Spannung legen. Von mir gibt es 2,5 von 5 Sternen!