Rezension

Geschichte über eine Zeit, die man nicht vergessen sollte

Die Fliedertochter - Teresa Simon

Die Fliedertochter
von Teresa Simon

Bewertet mit 5 Sternen

Bedrückendes Schicksal

Es dauerte etwas bis ich begriffen habe, wieso die Autorin ihren Roman "Fliedertochter" genannt hat. Eigentlich herrlich romantisch in einer ganz und gar unromantischen Zeit, in der einer der beiden Erzählstränge spielt.

Das Buch ist in zwei Erzählstränge gegliedert:

1. Wien 2018:

In diesem Teil liest Paulina das Tagebuch der für sie fremden Luzie Kühn und ahnt doch nicht, dass das Tagebuch auch für sie noch an Bedeutung gewinnen wird. Wenn sie sich von Luzies Tagebuch losreißen kann, was ihr genau so schwer fällt wie mir, führt sie uns zu den Plätzen in Wien, die an die Verbrechen der Naziherrschaft erinnern. Eine sehr beeindruckende und bedrückende Stadtführung.

2. Die Zeit von 1936 bis 1945:
3.
Hier wird das Schicksal der Luzie Kühn geschildert, die vor den Nazis von Berlin nach Wien flieht und glaubt dort in Sicherheit zu sein.
Dieser Strang verlangt dem Leser einiges ab, aber man kann vor lauter Spannung, was Luzie wohl noch alles passieren wird und ob es für sie gut ausgeht, das Buch nicht aus der Hand legen.
Besonders gut fand ich die Details zur Österreichischen Geschichte dieser Zeit, die fundiert recherchiert wurden.
Man konnte sich Wien zur damaligen Zeit förmlich vorstellen und das Grauen hat einen so schnell nicht wieder losgelassen.
Dieser Abschnitt war so großartig geschrieben, dass man über die Unterbrechungen durch den zweiten Teil der Geschichte schon fast frustriert war.

Insgesamt ein beeindruckendes und gut durchdachtes Buch, dessen Konzept stimmt.