Rezension

Guter Schreibstil, viele Klischees und Längen

Ash Princess - Laura Sebastian

Ash Princess
von Laura Sebastian

Meine Meinung

Allgemein

Bücher, welche einen gewissen Hype genießen, erfahren bei mir oftmals Skepsis. Dennoch möchte ich auch diesen Büchern immer eine Chance geben, denn auch mich begeisterten schon Bücher mit Hype.
Dieses Buch beendete ich mit gemischten Gefühlen. Ohne schlechtes Gewissen kann ich sagen, dass mich dieses Buch gefesselt hat. Der Schreibstil ist fesselnd und ich hatte das Gefühl, dass die Übersetzerin genau richtig in Ihrem Job aufgehoben ist.
Was mir nach Beendigung des Buches nicht ganz klar war: Was hat mich nebst dem Schreibstil denn noch an das Buch gebunden ? Das Buch ist gefüllt mit Klischees. Geächtete Person, dicker König, der Gefallen an ihr findet und ganz schlimm: Eine Dreiecksbeziehung. Als ich das bemerkt habe, ging ich innerlich schon wieder in Flammen auf. Warum muss es denn immer sein, dass sich Protagonisten nicht entscheiden können? Und dann immer viel zu überstürzt ihre Liebe gestehen und Bekundungen machen, nur um dann zu merken, dass sie es gar nicht so meinen. Klar, wenn es nur einen Love Interest gibt, dann weiß man auch von Anfang an, wen sie bekommt, aber durch mehrere die Spannung zu halten finde ich unnötig.

[24301302] Gestört hat mich unter anderem auch, dass in diesem Buch nichts unerwartet kommt. Die Autorin hat definitiv nicht den Mumm ihre Charaktere um die Ecke zu bringen. Jeder, der von Anfang an wichtig erscheint, bleibt auch am Leben: No Go ! Wo bleibt da die Spannung ? Man weiß, wer entbehrlich ist und wer nicht. Ich will Köpfe rollen sehen!

Und damit ihr die guten Punkte im Kopf behaltet, kommen diese nun zum Schluss, denn einige Aspekte mochte ich auch sehr am Buch. Litt die Beschreibung der Umgebung an vielen Stellen, so war die der Gefühle der Protagonistin ziemlich ausgeprägt. Der innere Disput der Protagonistin war die Quintessenz des Buches. Darzustellen, wie sie damit hadert, ob sie nun die Person ist, zu der sie gewaltsam gezwungen wurde, oder die, zu der sie erzogen wurde, war für mich emotional miterlebbar. Auch wenn sie dadurch oft wankelmütig erschien, war es wenigstens realistisch.
Auch das Ende hat meiner Meinung nochmal das Ruder in die Hand gegeben. Dort merkte ich, dass die Autorin doch eine minimal sadistische Ader hat. Auch erfuhr ich hier eine Hintergrundgeschichte zur im Buch gewirkten Magie, die einen individuellen Touch hat und mal nicht das Klischee erfüllt. Das erweckt Hoffnung für den zweiten Band.
Das Ende war genau das, was ich schon nach den ersten hundert Seiten erwartet hätte. Das Buch hat mittig seine Längen, in denen nichts passiert, beziehungsweise wenig unerwartetes. Es gibt wenig Plottwists und sehr viel Handlung, um Beziehungsverbesserungen. Das Buch hört ohne Cliffhanger auf und lässt nur unwirklich einen Blick auf Band 2 zu.

Charaktere

Es gibt einige Charaktere in diesem Buch, die oberflächlich bleiben.
Man bekommt einzig und allein in die Gedanken der Protagonistin Einsicht. Ihr innerlicher Disput ließ mich mitfühlen und war auch realistisch. Allerdings scheint Sie sich permanent zu ändern. Sie ist sehr wankelmütig, was es schwierig macht, ein klares Bild zu bekommen.
Von den beiden Love Interests bin ich keinem direkt angetan. Sie haben beide ihre guten und schlechten Seiten. Es wirkt nicht so, als hätte sich Theo in irgendjemanden wahrhaftig verliebt und auch mir fällt es schwer. Es sind zwei durchschnittliche Nebenfiguren, die mein Interesse erst noch entfachen müssen.

Schreibstil & Sichtweise

Der Schreibstil ist ein riesiger Faktor, weshalb ich am Buch dran bleiben konnte. Er ist nicht zu jugendhaft und vermittelt deutliche Bilder. Die Autorin weiß auf jeden Fall mit Wörtern umzugehen.
Geschrieben ist das Buch aus Theos Sicht in der Ich-Perspektive.

Cover & Titel

Das Cover ist ein Eyecatcher und aus dem englischen übernommen. Mir gefällt es sehr gut, dass es nicht durch deutsche Aufmache kaputt gemacht wurde. Farblich wurden die Farben von Asche gewählt, passend zu dem Titel. Die Krone hebt sich deutlich durch die rote Farbe ab, die wohl verdeutlichen soll, dass die Aschekrone verbrennt.
Der Titel wird vor allem gegen Ende des Buches nochmal aufgegriffen, um ihm eine Bedeutung zu verleihen. Das ganze Buch über wird die Aschekrone erwähnt und am Ende des Buches als Metapher benutzt, die das zweite Buch einleitet.

Zitat

„Ist es besser, von jemandem getötet zu werden, der einen hasst, oder von jemandem, der einen liebt?“
– Seite 36

Fazit

Ein Buch für zwischendurch, welches viele Klischees erfüllt, aber dennoch durch die Sprache punkten kann. Es ist nicht die Neuentdeckung mit den innovativsten Ideen, aber dennoch unterhaltsam.