Rezension

Im Großen und Ganzen gefällt mir 'Der lange Weg nach Amouliani' wirklich gut und ich kann es als Lektüre für nebenbei empfehlen, da man es aufgrund der 120 Seiten schnell durchhat.

Der lange Weg nach Amouliani - Jürgen Schmidt

Der lange Weg nach Amouliani
von Jürgen Schmidt

Mit nahezu keinen Erwartungen bin ich an 'Der lange Weg nach Amouliani' herangegangen. Die Inhaltsangabe verrät nicht allzu viel, also wusste ich quasi garnicht, worauf ich mich dort einlasse.

Jürgen Schmidts Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Ich würde als sehr nüchtern und auf-den-Punkt-gebracht beschreiben. Man findet keine überflüssigen Beschreibungen oder Ausschmückungen. Das gefiel mir wirklich sehr gut. 

Die Geschichte wird nur aus der Sicht des Hauptcharakters Frank erzählt. Somit hören wir hier nur Innere Monologe und kaum wörtliche Rede. Da Franks Erfahrungen dargestellt werden, passt diese Perspektive sehr gut und ließ sich sehr leicht lesen.

Durch diese eingeschränkte Perspektive bekommt man einen sehr genauen Einblick in Franks Leben und Gedankenwelt. Das fand ich sehr interessant, denn Frank hat einen interessanten, wenn auch eher merkwürdigen und schrägen Charakter. Die Art und Weise, wie er sich auf seine Nachbarin fixiert, von der er quasi nichts weiß, war wirklich wunderbar beschrieben und es machte großen Spaß das Ganze zu verfolgen.

Mit den Nebencharakteren kam ich allerdings sehr durcheinander. Teilweise blieben Franks Freunde mir nicht im Gedächtnis und wenn sie dann erneut auftauchten, war ich verwirrt.

Die Story ist durchdacht und gut geschrieben. Im Prinzip beschreibt der Autor Franks Versuche sich seiner großen Liebe (und Nachbarin) Barbara anzunähern. Seine Versuche dabei sind teilweise wirklich verrückt und lustig. Desöfteren musste ich grinsen, weil Frank einfach so ein merkwürdiger Typ ist. Bis zum Schluss fieberte ich mit und war gespannt, wie das ganze enden würde. Teilweise gab es einige Stellen, an denen sich die Geschichte etwas zog, das war aber nicht weiter schlimm.