Rezension

Invisible

Invisible
von Ursula Poznanski Arno Strobel

Mein erstes Buch dieses Autoren-Duos und dann fange ich noch mit dem 2. Band an.
Das macht in meinen Augen gar nichts, habe ich gemerkt. Klar, die Charaktere Nina und Daniel kennen sich schon und haben ein Buch lang schon miteinander zu tun gehabt. Ich finde allerdings, dass es nicht schlimm ist, diese Entwicklung (noch) nicht gelesen zu haben. Also ja, man kann dieses Buch gerne lesen, wenn man Band 1 “Anonym” noch nicht gelesen hat. Ich für meinen Teil werde den 1. Band trotzdem noch lesen wollen.
Denn dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Ich finde es total genial, dass das Setting in Hamburg ist. In Hamburg spielen so selten Thriller. Es ist cool, wenn ein Straßenname genannt wird, den man kennt und bei dem man gedanklich entlang gehen kann. Zusammen mit den Charakteren. Das macht das Leseerlebnis irgendwie noch realer.

Nina und Daniel sind typische Ermittler und irgendwie habe ich ein Bild von den Beiden im Kopf, das einfach nicht weggehen will. Ich finde das schon ganz cool. Sie haben beide ihre Eigenarten, die wirklich sehr gut raus geschrieben sind. Nina, die Draufgängerin und Daniel, der Korrekte. Zusammen ergänzen sie sich perfekt.

Die Autoren schreiben das Buch im Wechsel. Arno Strobel schriebt den Part von Daniel und Ursula Poznanski den Part von Nina. Und man merkt auch den Unterschied der beiden Autoren. Ich finde es ganz erfrischend. Oft ist es bei Autoren-Duos so, dass die Schreibstile verschwimmen. Dass es ein gemeinsames Buch gibt, aber man nicht wirklich heraus lesen kann, wer was geschrieben hat.

Das Buch liest sich auch entsprechend. Mal aus der Sicht von Nina und mal aus der Sicht von Daniel. So unterschiedlich die Charaktere sind, so unterschiedlich sind auch die Schreibstile der Autoren. Einzeln sehr genial und dennoch ergänzen sie sich perfekt. Ich kann auch gar nicht sagen, wen von den beiden Autoren ich lieber gelesen habe. Beide machen das Buch bzw. die Geschichte rund.

Die Geschichte ist einfach nur krass. Am Anfang hätte ich nicht damit gerechnet, dass es in diese Richtung läuft und solch krasse Hintergründe hinter den Taten steht. Ich war so konzentriert auf die Morde und die Täter, dass mir dieser Hintergrund gar nicht in den Sinn gekommen wäre. Dabei ist der Hintergrund fast noch wichtiger als die Taten selbst. Es verbreitet eine gelassene Spannung. Es ist jetzt nicht so, dass es extrem spannend ist, um man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Trotzdem fängt die Geschichte einen ein und lässt nicht mehr los. Ich wollte einfach wissen warum das alles passiert.

Ich müsste hier eigentlich eine Triggerwarnung aussprechen, aber ich würde spoilern.
Sollten dich schlimme Dinge triggern, die in Richtung Mord gehen könnten, dann lies das Buch nicht. Aber eigentlich solltest du dann generell keine Thriller lesen.

Dass die Autoren mich mit der Geschichte so hinter das Licht geführt haben, rechne ich ihnen hoch an. Absolut genial!
Auf jeden Fall eine dicke Leseempfehlung von mir.

Das Cover: Sehr pink und auf jeden Fall sehr auffallend. Ist Geschmackssache. Mein Geschmack ist es nicht, aber der Inhalt zählt.

Fazit: Die beiden Autoren haben mich mit dem Buch eingefangen und ich muss unbedingt mehr von denen lesen. Die Geschichte ist sehr genial gemacht.