Rezension

Jena war mal Weltstadt...

Jena 1800 - Peter Neumann

Jena 1800
von Peter Neumann

... und zwar universitäre Dichter- und Denkerstadt. In diesem Buch von B. Neumann hat man die Chance als Nicht-Philosophie-Insider einen Einblick darin zu bekommen, was die Denker um 1800 umtrieb. Hauptaugenmerk wird auf die zu diesem Zeitpunkt in Jena aufeinandertreffenden Lebenswege von verschiedenen Perönlichkeiten des universitären Umfelds gelegt. Goethe und Schiller spielen hier nur Nebenrollen, was sehr angenehm ist. Personen, die ich nur vom Namen her kannte und grob zuordnen konnte, werden hier in Verbindung gebracht. Dies erweitert den Wissenshorizont. Besonders eindrücklich: dass damals Dichter, Wissenschaftler und Philosophen noch in Personalunion existierten. Die Sprache des Buches variiert von altmodischen Ausdrücken hin zu saloppen Redewendungen von heute. Somit wird es nie langweilig. Die Gestaltung des Buches ist gelungen, allein das Seitenlayout bzw. die Entscheidung keine Fußnoten zu setzen, behindert das Verständnis. Im Anhang gibt es viele Seiten mit Anmerkungen, nur dass im Fließtext keinerlei Hinweise darauf geben werden, zu welchen Inhalten es hinten im Buch erläuternde Anmerkungen geben wird. Die Idee zum Abschnitt „Lebenswege: Was aus ihnen wurde“ im Anhang finde ich gut, nur wäre mir hier die Angabe zumindest eines Geburts- und Sterbejahres lieb gewesen. Insgesamt aber ein gelungenes Buch, welches auch Nicht-Philosophen gefallen wird.