Rezension

Kennt man einen, kennt man alle ...

Teufelsleib - Andreas Franz

Teufelsleib
von Andreas Franz

Bewertet mit 1 Sternen

Inhalt: Kommissar Peter Brandt ist gerade aus einem Kurzurlaub mit seiner Freundin, der Staatsanwältin Elvira Klein, zurück, als er mit einem besonders seltsamen Mordfall konfrontiert wird. Am Mainufer in Offenbach wird eine Hausfrau tot aufgefunden. Das Merkwürdige daran: In ihrer Hand hält sie einen Olivenzweig, und in ihrem Mund findet man eine Olive und eine Taubenfeder. Sehr schnell stößt der Kommissar auf das Geheimnis der Toten: Sie ging offenbar einem äußerst lukrativen Nebenerwerb nach, genau wie zwei weitere Frauen, die in den letzten zwölf Monaten ermordet wurden. Peter Brandt betritt eine Welt aus religiösem Fanatismus, Gewalt und Rache.

Schauplatz des Verbrechens: Offenbach (Frankfurt am Main)
Zeitraum: 04. Januar 2010 - 18. Januar 2010

Über Tote spricht man nicht schlecht, aber ich denke, man darf ihre Arbeit trotzdem kritisieren. Und nachdem ich nun einige Rezensionen zu Teufelsleib gelesen habe, ist mir klar geworden, dass hier die Meinungen gewaltig auseinanderdrifften. In diesem Sinne lege ich einfach mal los:

Teufelsleib ist der dritte Andreas Franz Krimi, den ich gelesen habe und muss mit Bedauern feststellen, dass es sich um eine Wiederholung handelt. Nun gut, das haben Serien halt so an sich und sind möglicherweise genau deswegen so beliebt. Hätte ich nur einen Krimi von ihm gelesen, wäre ich sicherlich begeistert gewesen.

Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass der Autor sich keine Mühe mehr gegeben hat. Es scheint, als habe er lediglich den Ort des Geschehens und die Opfer umbenannt, welche in diesem Fall nicht blond, sondern brünett waren. Ich habe mich dabei ertappt, den Autor selbst als Hurenhasser zu betrachten, obwohl er eine andere Meinung vertritt, die ich allerdings nicht mit ihm teilen kann. Und weil ich befürchte, dass er mir auch in anderen Büchern seine persönliche Meinung aufdrängen will, werde ich seine Krimis nicht mehr lesen. Auch seine nebensächliche Klugscheißerei geht mir auf den Senkel.

Lese ich mir die vielen positiven Leseeindrücke im Internet durch, so habe ich immer häufiger den Verdacht, dass es sich dabei um Manipulationen handelt. Bezahlte Meinungen von Experten, die davon profitieren (z.B. der Verlag oder die Familie). Der Autor mag ja vielleicht sympathisch gewesen sein und ein interessantes oder originelles Leben geführt haben, aber die Tatsache, dass er im Alter von 54 Jahren gestorben ist, macht ihn noch lange nicht zu einem Genie.

Teufelsleib war sowohl sein als auch mein letzter Krimi von ihm. Ich werde nur noch aktuelle oder maximal fünf Jahre alte Bücher (Thriller, Kriminalromane) lesen. Rezensionen nur noch von ehrlichen Lesern. Expertenmeinungen werden ignoriert. Soll der Nachwuchs endlich eine Chance bekommen.

Trilogien: Ja gerne - Krimiserien: Nein Danke