Rezension

Kurzweilige Unterhaltung mit Inselflair

Mordsreise - Ingrid Schmitz

Mordsreise
von Ingrid Schmitz

Bewertet mit 3 Sternen

So ganz wohl ist Mia von Anfang an nicht, als sie von ihrer Freundin Gitti zu einer Reise eingeladen wird, die diese gewonnen hat. Alles scheint ein bisschen undurchsichtig und wird mit der Zeit immer dubioser, sogar einen Todesfall gibt es zu verzeichnen. Kurzerhand nimmt Mia Gitti an die Hand und Reißaus, auf nach Spiekeroog. Doch von entspannten Tagen sind sie auch dort weit entfernt, denn einige der zuvor zurückgelassenen Gestalten befanden sich ebenfalls auf der Fähre..

Bei aller spürbaren Bedrohung fällt es dem Leser jedoch von Anfang an schwer, das Geschehen so richtig ernst zu nehmen. Es liegt eine Leichtigkeit zugrunde, die dem Gesagten zwar einerseits ein wenig den Schrecken nimmt, andererseits aber auch schnell dazu führen kann, dass man sich inmitten einer Parodie wähnt. Dadurch ist man geneigt auch die agierenden Personen nicht unbedingt als gefährlich einzustufen, was sich allerdings als Fehler erweisen wird.

Es liegt ein Mix aus humoristischen, spannenden wie überraschenden Elementen vor, der dazu führt, dass eine gewisse Grundspannung unterschwellig vorhanden ist. Die Unvorhersehbarkeit aber leidet ein wenig, allein auf Grund der Offenherzigkeit einiger Charaktere. Da ihnen das Herz quasi auf der Zunge liegt, scheinen sie nichts zu verbergen, wodurch der Leser schon früh eine Ahnung erhält welche Richtung hier eingeschlagen wird. Sicherlich gibt es auch solche, die ganz bewusst falsche Informationen streuen oder einfach eine Maske zur Schau tragen, nichtsdestotrotz drängt sich eine Theorie immer weiter in den Vordergrund.

‘Mordsreise’ ist nicht der erste Fall von und mit Mia Magaloff, Vorkenntnisse sind jedoch keine notwendig. Es handelt sich um eine eigenständige Geschichte, die zwar in einem gewissen Maß auch die Entwicklung immer wieder auftauchender Figuren innehat, aber auch für Neueinsteiger absolut verständlich und nachvollziehbar ist. Kurzweilige Unterhaltung, von der man sich ein bisschen mehr Tiefgang wünschen würde, und ganz viel Inselflair.