Rezension

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Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat - Gavin Extence

Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat
von Gavin Extence

Schon bevor ich das Buch bei Skoobe entdeckte, hatte es seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ich stand dem ganzen ein wenig verhalten gegenüber, denn ich hatte sehr gemischte Rezensionen gelesen. Von Lieblingsbuch über solala bis hin zu laaangweilig gab es so ziemlich jede Meinung.
Da das Buch so kontrovers diskutiert wurde hat es aber auch mein Interesse geweckt, die Beschreibung klang Interessant und das Cover finde ich persönlich sehr ansprechend, der Titel ist ja ohnehin nicht ganz normal. Nicht ganz normal ist übrigens eine gute Beschreibung für das Werk als Ganzes.

Alex Woods ist etwas anders als die anderen. Seine Mutter arbeitet als Wahrsagerin und hat einen kleinen Laden für übernatürliche Dinge, seinen Vater kennt er nicht. Als wenn das schon nicht genug währe trifft ihn mit zehn Jahren ein Komet am Kopf, der durch die Decke gebrochen ist, woraufhin er erst im Koma liegt und dann unter dadurch ausgelöster Epilepsie aufwacht...
Durch Zufall lernt er Mr. Peterson kennen und nach und nach Freunden sich die beiden an und der alte Mann unterstützt Alex mit seinen besonderen Interessen beim Erwachsen werden, was nicht immer ganz einfach ist.
Auf seine etwas naive Weise beginnt Alex vom ersten Kapitel an aus dem Nachhinein selbst sein Geschichte zu erzählen, das heißt, dass man das Ergebnis von Anfang an kennt. Die Frage ist: Was ist passiert, dass die Ereignisse dorthin geführt hat?
Der Schreibstil des Autor, der ja aus Sicht von Alex Woods schreibt, ist brilliant. Einfach, ein wenig naiv, gleichzeitig intelligent und besonders. Der Stil spiegelt so sehr den Charakter des Protagonisten wieder, der sich für Astrologie, Neurologie und die Bücher von Kurt Vonnegut interessiert, nicht aber für den Rest der Welt. Emotionalität war noch nie seine Stärke und das merkt man auch bei seinem Schreiben und seinem Verhalten gegenüber anderen, von dem er erzählt. Sein Charakter und seine Entwicklung sind nicht oberflächlich sondern ein wenig versteckt zwischen den Zeilen.
Die Hauptgeschichte findet ebenfalls genau dort statt.
Alex erzählt recht neutral, was geschehen ist, das ihn dazu geführt hat mit einer Urne und einer Menge Marihuana an der Grenze gefasst wurde.
Ich will nicht zu viel von der Geschichte verraten, die mich wirklich tief berührt und zum nachdenken gebracht hat, aber der Autor berührt kritische Themen und stellt diese verständlich für den Leser dar, der sich nun seine eigene Meinung bilden darf.
Der Roman zeichnet sich durch starke Detaillverliebtheit in vieler Hinsicht aus.
Nicht nur Alex und Mr. Peterson sondern auch alle anderen Charaktere sind liebevoll gestaltet, jeder hat eine Geschichte, jeder ist anders.

Das ganze Buch ist anders. Alles andere als ein 0815 Roman. Es hat mihc von vorne bis hinten mitgerissen, die Charaktere sind liebevoll gestaltet und der Protagonist ist mir sehr ans Herz gewachsen mit seiner etwas seltsamen Art. Viele haben kritisiert, dass sie das Buch langweilig fänden, dem kann ich nicht zustimmen. Es stimmt, dass das Buch einen eher ruhigen Erzählton anschlägt und wer damit gar nicht klar kommt wird an dem Buch keinen Gefallen finden.
Ich liebe solche Geschichten, bei denen unter der Oberfläche viel passiert und die manchmal einfach ein wenig skurril sind. Für alle diejenigen, die das auch mögen, ist dieses Buch ein Muss.
Von mir erhält es 5 Sterne und ein Zertifikat "Lieblingsbuch"!