Rezension

Meine Gefühle hüpften auf und ab!

Ein ganzes halbes Jahr - Jojo Moyes

Ein ganzes halbes Jahr
von Jojo Moyes

Bewertet mit 5 Sternen

Bist du dabei wenn dein bester Freund sterben will?

Will - ein erfolgsverwöhnter junger Mann, Ende 20 aus der UpperClass, Partner in einer großen Firma in London, Extremsportler, ist in jedem Land zuhause. Frisch verliebt überlegt er sich gerade seßhaft zu werden.
Bis er eines Morgens bei der Suche nach einem Taxi von einem Motorradfahrer angefahren und schwerstverletzt wird. Als er nach einer langen Rehazeit nachhause kommt sitzt er im Rollstuhl und kann nur noch einen seiner Arme etwas bewegen. Will ist bei allem auf die Hilfe anderer angewiesen, er hasst es, verzweifelt unternimmt er einen Selbstmordversuch und kann im letzten Moment gerettet werden.

Louisa - ein Kleinstadtmädchen, arbeitet in einem kleinen Cafè im Ort und liebt ihre Arbeit über alles. Bis das Cafè geschlossen wird. Louisa unterstützt ihre Eltern und Schwester finanziell und kann sich Arbeitslosigkeit nicht leisten. Über die Arbeitsvermittlung versucht sie was passendes zu finden. Doch da sie keine Erfahrungen hat, ist es nicht einfach was zu finden. Nach ein paar missglückten Versuchen bekommt sie die Auflage sich als Betreuerin für einen Behinderten vorzustellen. Und sie bekommt den Job, befristet für ein halbes Jahr und lernt Will kennen ......

Am liebsten würde sie ihre Arbeit wieder hinschmeissen, Will versucht sie mit seinem Verhalten rauszuekeln. Doch sie muss den Job durchstehen, weil sie das Geld braucht, ihr Vater inzwischen auch arbeitslos geworden ist und das Geld zuhause knapp wird.
Und so beißt sie sich durch, versucht Will's Mauer mit ihrer unkomplizierten Art zu brechen was ihr dann nach einem Streit gelingt.
Louisa versucht mit allen möglichen Aktionen Will aus dem Haus zu bekommen damit er mal was anderes sieht als seine Wohnung.
Will versucht Louisa dazu zu bringen ihren geistigen Horizont zu erweitern, was heißt sie schauen zusammen Filme, lesen Bücher und diskutieren darüber. Er kann nicht glauben, das Louisa in dem kleinen Städtchen glücklich ist. Er erzählt ihr von den vielen Ländern die er bereist, von Aktionen wie Tauchen, Bergsteigen etc. die er unternommen hat.
Die beiden verstehen sich immer besser bis Louisa ein Gespräch zwischen Mutter und Schwester von Will mitbekommt in dem es um Will's Wunsch geht in einem halben Jahr zu sterben.
Louisa will das nicht akzeptieren und versucht nun verzweifelt Will zu zeigen, das das Leben auch in seiner Lage schön sein kann.

Ich habe das Buch im Laden nur mal kurz in die Hand genommen weil mich das Cover und der Titel neugierig gemacht haben. Doch von der ersten Seite an war ich gefangen. Ein Buch in zwei Tagen zu lesen ist für mich schon eine seltene Leistung.
Seit ich es gelesen habe, denke ich über die beiden nach.
Würde ich so leben wollen, immer auf andere angewiesen, ständig mit Infekten gebeutelt daher oft im Krankenhaus und keine Aussicht auf Besserung. Kann mich zwar verlieben aber was dann? Will ich diesen Menschen an mich binden?
Es ist ein sehr heikles Thema und ich hoffe, dass ich nie so eine Entscheidung treffen muss, egal von welcher Seite aus gesehen.

Bis zum Schluss habe ich gehofft, das die Geschichte noch eine gute Wendung bekommt - bin eben ein hoffnungsloser Romantiker.
Am Schluss ist noch ein Interview mit Jojo Moyes, das auch sehr interessant ist.
Ein Buch, eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt.