Rezension

Musste mich ziemlich durchkämpfen und war oft verwirrt

Witchmark
von C. L. Polk

Bewertet mit 2 Sternen

Die Schreibe war gar nicht meins. Viel zu zäh und eher verwirrend als spannungsfördernd. Lovestory ist aber gelungen, Charaktere interessant

Dieses Buch hat es mir definitiv nicht leicht gemacht, aber es enthält auch ein paar interessante Ansätze.
Gefallen hat mir, dass viel Neues angeboten wird, sowohl was das Magiesystem angeht als auch die verschiedenen Anwender. Ich denke, da steckt viel mehr hinter als bisher zum Vorschein kam. Wobei ich hier gleichermaßen fasziniert wie verwirrt bin. Fasziniert von der Neuartigkeit, weil es eben viel zu entdecken gibt, verwirrt, weil ich dennoch nicht alles so ganz verstanden habe.
Zu einem sehr großen Teil liegt das an dem Schreibstil, mit dem ich bis zum Schluss gekämpft habe. Auf mich wirkte er als würde um den heißen Brei herumgeredet werden und die entscheidenden Punkte dabei übersprungen oder zumindest überflogen, sodass ich mich sehr oft gefragt habe, was da denn nun gerade passiert ist. Die größeren Zusammenhänge habe ich erst sehr spät so gut es ging verstanden, aber so wirklich umhauen konnten mich die Enthüllungen dann nur noch gedämpft, weil ich zuvor meine Energie darin investiert habe, überhaupt am Ball zu bleiben. Das Buch liest sich doch sehr zäh.
Lichtblicke bildeten die Liebesgeschichte und die Vielfalt an Charakteren.
Erstere finde ich richtig gut gelungen. Wir haben es hier mit einem gleichgeschlechtlichen Paar zu tun und noch dazu ist eine Verbindung zwischen ihnen nicht gern gesehen, hat einen Touch von verbotener Liebe. Es fühlt sich aber überhaupt nicht so an. Tatsächlich entwickelt sich ihre Beziehung sehr dezent im Hintergrund und ohne großes Drama, irgendwie hauchzart und unschuldig, dafür aber umso berührender und bedeutungsvoller.
Von den Charakteren an sich haben es mir die drei angetan, die auch am intensivsten an der Geschichte beteiligt sind: Miles, Tristan und Grace. Aus Miles Sicht wird die Geschichte erzählt. Ich bin sehr gern in seine Gedankenwelt eingetaucht und konnte mich super in ihn einfühlen. Tristan hat etwas Mysteriöses, ein unsterbliches Wesen mit einer Mission, die es aufzudecken gilt. Grace ist mir zwar unsympathisch aufgrund der Dinge, die sie tut, aber man bekommt einen kleinen Eindruck davon, warum sie diese tut. Sie ist eine der vielschichtigsten Figuren des gesamten Buches. Aber auch die anderen Charaktere konnten mein Interesse wecken, weil sie durch ihr undurchsichtiges Verhalten Zweifel sähen und dazu einladen, ihre Motive zu erforschen.
Die Aufklärung des Kriminalfalls hätte ich mir etwas geradliniger gewünscht. Auch hier hatte ich zwischendurch den Eindruck, die entscheidenden Parts verpasst zu haben.

Schlussendlich denke ich, dass versucht wurde zu viel in ein Buch zu stecken. Ich habe viele tolle Ideen entdecken können. Leider wurden sie zu verworren rübergebracht, und ich habe ein bisschen den roten Faden vermisst. Witchmark ist auf jeden Fall kein Buch, das man mal eben so zwischendurch lesen kann. Miles Geschichte ist erzählt, im Nachfolger wird dann jemand anders die Hauptrolle spielen. Ich lasse es bei diesem ersten Band bewenden, denn der Schreibstil sagt mir einfach nicht zu. Für jemand anders mag er aber genau der richtige sein. Die Fantasy/Krimi-Mischung war jedenfalls ein interessanter Versuch.