Rezension

netter Zeitreisekrimi

Dreikönigsmord - Bea Rauenthal

Dreikönigsmord
von Bea Rauenthal

Bewertet mit 3.5 Sternen

Jo Weber und ihr Kollege Lutz Jäger werden zu einem Einsatz gerufen. Es wurde eine Leiche gefunden, die bereits stark verwest ist und von der eigentlich nur noch die Knochen übrig sind. Auf dem Rückweg vom Fundort der Leiche zum Polizeirevier passiert den beiden Ermittlern ein schwerer Unfall. Sie kollidieren mit einem entgegenkommenden Lastwagen. Die beiden Ermittler verlieren das Bewusstsein und erwachen einige Zeit später im Mittelalter wieder. Sie sind in die Zeit gereist, aus der die gefundene Leiche stammt. Josepha Weber ist in dieser Zeit eine reiche Stoffhändlerin und Kauffraum. Lutz Jäger ist der Wirt einer Gaststätte. Um wieder zurück in die Gegenwart zu gelangen, versuchen die beiden Ermittler den Mordfall, zu dem sie in der Gegenwart das Skelett gefunden haben, aufzuklären. Doch dies ist in einer Zeit ohne Spurensicherung, SEK und DNA-Untersuchung gar nicht so einfach und stellt die beiden Ermittler vor eine große Herausforderung.

Der Inhalt des Buches hat mir sehr gut gefallen. Besonders die Mischung aus Krimi und historischem Roman finde ich sehr gelungen. Die Probleme, die die beiden Ermittler im Mittelalter haben, fand ich teilweise sehr amüsant. Es ist also ein überaus lustiger Krimi. Die Idee der Zeitreise finde ich sehr interessant, da die Protagonisten so neben der Aufklärung des Mords vor eine weitere Herausforderung gestellt werden.

Die Charakteren der beiden Ermittler gefallen mir ebenfalls sehr gut. Sie sind sich am Anfang sehr fremd und kommen sich im Mittelalter immer näher und merken so, dass der andere eigentlich gar nicht so schlimm ist. Was ich ebenfalls sehr gut finde, ist, dass die beiden Ermittler neben ihren Ermittlungen versuchen die Rolle, in der sie erwacht sind, so gut wie möglich, zu leben. So versucht Josepha beispielsweise ihr Ansehen zu bewahren, indem sie sich nicht öffentlich mit Lutz zeigt. Auch Lutz versucht neben der Mödersuche seine Gaststätte zu betreiben und den Kindern im Mittelalter Fußball spielen beizubringen. Ich finde, dies lässt ihn besonders sympatisch erscheinen.

Der Schreibstil des Buches hat mir ebenfalls gut gefallen. Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Es wird auf unnötig lange Satzkonstruktionen verzichtet, die dem Leser das Lesen erschweren. Was mir jedoch nicht so gut gefallen hat, ist, dass dem Buch ein bisschen die Spannung fehlt. Natürlich möchte man wissen, wer der Mörder ist. Es gibt auch die ein oder andere unerwartete Wendung, doch so richtig fesseln konnte mich das Buch leider nicht. Dies finde ich sehr schade, da das Thema und die Mischung aus Krimi und Zeitreise sehr viel Potenzial enthält und ich bisher kein Buch in der Hand hatte, das ein ähnliches Thema besaß.

Insgesamt finde ich, dass das Buch sehr unterhaltsam ist. Es hat einen gewissen "frischen Wind", da es die Kombination aus Krimi und Zeitreise, meiner Erfahrung nach, bisher noch nicht oft gab. Auch die Geschichte, die das Buch erzählt, und die beiden Ermittler finde ich insgesamt sehr gelungen. Das einzige, was ich etwas schade finde, ist die fehlende Spannung an einigen Stellen des Buches. Als Unterhaltung ist das Buch aber dennoch sehr geeignet, wenn man keinen fesselnden Krimi erwartet.