Rezension

nicht 100% glaubhaft aber spannend inszeniert

Lola - Melissa Scrivner Love

Lola
von Melissa Scrivner Love

Bewertet mit 4 Sternen

Der Thriller Lola ist wohltuend anders und hat mir grundsätzlich sehr zugesagt. Die Autorin hat einen lebhaften, leichtverständlichen Schreibstil. Scharfzüngig hinterfragt sie die männerlastigen Gangs und lässt Lola ihre Rolle als Chefin einer Gang  finden. Dieser Versuch, eine andere Sicht der Thriller im Gangmilieu einzunehmen, wo die Frauen ja normalerweise die Opferrolle besetzen, ist zum grossen Teil gelungen. Lola möchte definitiv mehr und geht aufs Ganze.

Lolas kleine Gang soll fürs Kartell eine Heroin- Geldübergabe einer anderen Gang überwachen. Diese versucht das Kartell zu hintergehen. Leider misslingt die Überwachung. Geld und Heroin verschwindet. So  geraten Lola und ihre Gangmitglieder in arge Bedrängnis. Zwischen den Fronten muss Lola zuerst die wahren Hintergründe offen legen um dann zu entscheiden auf welche Seite sie sich schlagen will. Der Preis fürs Versagen ist immer ihr Leben.

Obwohl Lola eine interessante Persönlichkeit mit viel Potenzial ist, blieb bei mir immer ein Zweifel. Ihre angestrebte Rolle und das Milieu – das passte irgendwie nicht zusammen. Die Gang (vier Männer und Lola) ist meiner Meinung nach einfach zu klein um sich den Respekt eines ganzen Viertels zu sichern. Da fragte ich mich als Leser einfach wie das denn gehen sollte. Aber diese Unstimmigkeit schmälert die Leselust überhaupt nicht. Wie das Buch mit „Herzzereissend schön“ angepriesen werden kann, ist mir allerdings ein Rätsel.

Ich gebe dem Buch verdiente 4 Sterne und empfehle es auch gerne weiter.