Rezension

Nicht überzeugend

Before Watchmen - Comedian - Brian Azzarello

Before Watchmen - Comedian
von Brian Azzarello

Bewertet mit 2 Sternen

Nach der Minutemen-Story war ich noch unschlüssig, nach dem Comedian-Teil bin ich immer noch nicht schlauer.
Die Geschichte dreht sich vorrangig um Edwards Blake Leben zur Zeit des Vietnam-Kriegs und teilweise um seine Aktivität als Superheld.
Man erlebt ihn, fast wie man ihn aus dem Original kennt: 
Launisch, grausam, labil, emotional, verrückt, selbst den Soldaten an der Front wird er zu krass, an Heftigkeit wird nicht gespart, um die Extreme zu zeigen, zwischen denen er sich bewegt: Dem netten Kerl von nebenan, dem Menschen etwas bedeuten und dem massakrierenden Irren, der aus Spaß Menschen abschlachtet.

Auch in der Darstellung kommt diese Härte wunderbar herüber, es wurde nicht an Grausamkeit gespart, der Ton der Geschichte und die Zeichnungen bleiben durchweg düster und beklemmend, man merkt, dass man hier näher am Original ist.
Bei den Zeichnungen sollte noch erwähnt werden, dass sie für mich etwas näher am Original liegen und durchweg überzeugen. 
Trotz des guten Handwerks bleibt der Comedian aber ein sehr flacher Charakter, was daran liegt, dass man sehr wenig über seine Zeit, bevor er „Superheld“ wurde, erfährt, lediglich sein verquerer Sinn für Gerechtigkeit wird aufgenommen (oder ich habe da was beim Lesen verpasst), was aber schon in Watchmen eine Rolle spielt.

Was zusätzlich auf der Strecke bleibt, ist seine Intelligenz, die in Watchmen enorm wichtig war, hier aber komplett unter den Teppich gekehrt wird, lediglich am Ende kann man einen Funken des Originals wahr nehmen, aber das reicht bei weitem nicht.Auch ist die Handlung insgesamt nur ein kleines Fragment, herausgerissen aus dem Leben der 60er Jahre und sagt nicht all zu viel aus.

Das hinterlässt leider einen faden Eindruck, meiner Meinung nach eine deutliche Verschlechterung zum ersten Teil und allenfalls eine Randanekdote dazu, was der Comedian in den 60ern gemacht hat, aber ohne große Relevanz, der allgemeine Stil rettet auf insgesamt 2 von 5 Punkten.