Rezension

Nichts für Schwache Nerven

Die Charité - Ulrike Schweikert

Die Charité
von Ulrike Schweikert

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Hierbei hat mich der Klappentext total angesprochen. Ich wollte unbedingt mal wissen, wie es 1831 mit der medizinischen Entwicklung war und dieses wissen, konnte ich mir durch das Buch aneignen. Es ist eine Geschichte über Medizin und den Alltag eines Krankhauses. Schon damals versuchte man, mit dem Wissen und den zur verfügung stehenden Mittel, die Menschen zu heilen, was nicht immer gelingt. Man lernt auch hierbei soviele Charakter kennen, die in dem Krankhaus Alltag eine wichtige Rolle spielen und jeder hat seine eigene Beweggründe, weshalb sie in diesem Krankenhaus arbeiten. Dabei kümmert sich die Protagonistin und gleichzeitig Pflegerin Elisabeth aufopfernd um die Patienten. Was allerdings für den Unterchirurg Alexander ein Dorn im Auge ist, weshalb sie immer in einen Streit geraten. Man lernt auch die Hebamme Martha kennen, die auch in dem Krankenhaus arbeitet, jedoch im Totenhaus der Charité. 

Alle Charakter waren wunderbar authentisch geschrieben und wirkten auch so greifbar. Mit ihnen durfte man den Alltag im Charité erleben und auch den Alltag außerhalb der Charité. Es wurde alles sehr anschaulich beschrieben und man konnte sich auch sehr gut hineinversetzen, wie es dort wohl abläuft, geplagt von Krankheit und Tod. Schnell merkt man, das die Zustände von damals nicht gerade einfach waren und manchmal sogar für einen selbst beängstigend. Die Pflegerinnen dort arbeiten für einen sehr niedrigen Lohn und die Stunden die sie in der Charité verbringen, sind lang. Die Ärzte versuchen alles, um das Leben jedes einzelnen Patienten zu retten, was manchmal schier unmöglich erscheint. 

Interessant fand ich an dieser Geschichte, das die Perspektiven sich zwischen den verschiedenen Charakter wechselt und somit auch der Handlungsort wechselt. Dabei werden auch Operationen und Sektionen ziemlich bildlich beschrieben und bieten dem Leser noch einen besseren Eindruck, wie es damals so ablief. Die Operationen wurden damals ohne Narkose durchgeführt, den das kannte sie damals noch nicht und so konnte man auch das Leiden eines Patienten mitkriegen und auch sehr gut nachvollziehen. Auch hatten Frauen damals eine bestimmte Position in der Klinik. Damals durfte keine Frau Medizin studieren. 

Der Schreibstil war dabei spannend, flüssig und der Zeit entsprechend. Es ist wirklich ein informativer historischer Roman, der mich voll und ganz in den Bann ziehen konnte. An manchen Stellen musste ich erstmal Schlucken und bin froh, das die heutige Medizin so weit fortschrittlicher ist, als die Medizin von damals. Hierzu ein großes Kompliment an die Autorin, die hierbei bestimmt so viel Mut aufbringen musste, solche Szenen niederzuschreiben und vorallem auch ein Kompliment, für ihre informativen Recherchen. Nach diesem Buch, musste ich auch erstmal eine Zeit lang nachdenken und alles gelesene Verdauen.