Rezension

Nichts ist beständiger als ein Papierpalast

Der Papierpalast
von Miranda Cowley Heller

Der Roman "Der Papierpalast von Miranda Cowley Heller beginnt und endet am gleichen Tag - doch auf den 440 Seiten zwischen der ersten und der letzten Seite wird im Rückblick das Leben der Protagonistin Elle erzählt. Elle, verheiratet, 3 Kinder, verbringt diesen Tag im Sommerdomizil der Familie, dem sog. Papierpalast, einfachen Hütten an einem See, ein Idyll, wo seit Jahrzehnten Jahr für Jahr die gleichen Familien im Sommer zusammen kommen. So ist ihre Mutter dabei, ebenso wie ihr Jugendfreund Jonas mit Ehefrau, mit dem Elle an diesem Abend nach dem Essen Sex hat, anscheinend erstmalig und lange ersehnt.
Was ist es, das Elle und Jonas verbindet, liegt ein Geheimnis in der Vergangenheit?
Nach und nach erfährt der Leser von den Sommern am See in Elles Kindheit und Jugend. Die Geschichte ihrer Familie, Scheidung der Eltern, neue Partner, die kamen und gingen. Der Beginn ihrer Freundschaft mit Jonas bis hin zu dem Ereignis, nach dem ihre Wege sich zunächst einmal trennten.
Der Roman beginnt leise plätschernd, nimmt dann aber enorm an Spannung und unvorhergesehenen Ereignissen zu.
Elle und Jonas sind ausgesprochen sympathische Protagonisten. Man kann sich gut in beide hinein versetzen und wird so in die Handlung hinein gezogen. Das überraschende Ende weist in eine Richtung, lässt aber auch Raum für Spekulationen.
Alles in allem eine rundum empfehlenswerte Lektüre, Gefühle, Unterhaltung, Spannung - alles dabei!