Rezension

Philosophisch

Wie man die Zeit anhält
von Matt Haig

Bewertet mit 5 Sternen

Matt Haig wurde am 3. Juli 1975 in Sheffield/England geboren. Er studierte Englisch und Geschichte an der University of Hull. 1999 wurde bei ihm eine klinische Depression diagnostiziert und er trug sich mit Selbstmordgedanken. Sein Buch (Reasons to Stay Alive) über diese Zeit sowie über den Weg zurück ins Leben wurde von Kritikern, Patienten und Fachleuten sehr gelobt.

Haig schreibt Romane und Sachbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dabei hält er sich oft an das phantastische Genre. Seine Werke wurden bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Matt Haig lebt mit seiner Familie in Brighton.
(Quelle: Wikipedia)

Inhalt (Klappentext):
Tom Hazard ist Geschichtslehrer, ein zurückhaltender Mann, der auf soziale Kontakte keinen Wert legt. Allgemein hält man ihn für einen verschrobenen Einzelgänger. Doch er hat ein Geheimnis. Er sieht aus wie vierzig, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Capitain Cook in die Südsee, die Literaten und Jazzmusiker im Paris der zwanziger Jahre erlebt und alle acht Jahre eine neue Identität angenommen. Eines war er über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Denn niemand durfte von seinem Geheimnis wissen. Und das einzige Mal, dass er eine große Liebe erlebte, endete in Schmerz und Bitterkeit. Doch jetzt lernt er Camille kennen, die Französischlehrerin an seiner neuen Schule. Während er ihr allmählich näherkommt, verändert sich für ihn alles. Kann Liebe die Zeit besiegen?

Die Idee dieses Buches ist wirklich originell. Kein Zeitreisender, der sich durch Zeitsprünge in andere Epochen versetzen kann, sondern ein Mensch, der durch eine körperliche Anomalie viel, viel langsamer altert als der Rest der Menschheit. Dadurch "durchreist" und erlebt der Protagonist die Zeiten und es bringt erhebliche Probleme mit sich. Die Thematisierung dieser Schwierigkeiten finde ich sehr gelungen. Wie kann man Beziehungen aufbauen, wenn klar ist, dass man den Partner lange überlebt. Wie kann man den ständigen Verlust verkraften und muss man seine Besonderheit vor der Umwelt verbergen? Diese philosophischen Überlegungen haben mir sehr gut gefallen und meinen Geist sehr angeregt. Der Hauptprotagonist Tom ist sympathisch und man kann seine Gedankengänge gut nachvollziehen. Dadurch kommt man ihm sehr nahe. 
Die Geschichte spielt in der Gegenwart. In Rückblenden werden die Ereignisse aus den früheren Jahren und Jahrhunderten auf spannende Art und Weise erzählt.
Fazit: Eine zu Herzen gehende Geschichte, die aber nicht kitschig ist und mich sehr berührt hat.