Rezension

Sorry, aber mir ist der Hype darum nicht ganz verständlich

Krähenmädchen - Erik Axl Sund

Krähenmädchen
von Erik Axl Sund

Bewertet mit 0.5 Sternen

Ich breche ungerne Bücher ab und versuche jedem Buch so weit wie möglich eine Chance zu geben. Hier hat das Buch mich nach knapp 45 % immer noch nicht überzeugt, weshalb es für mich an der Zeit war, abzubrechen. Auch wenn ich jetzt bei vielen vielleicht auf Unverständnis stoße: Ehrlich gesagt ist mir der Hype um dieses Buch nicht ganz verständlich. Ein Spannungsbogen ist für mich nicht mal annährend erkennbar. Die Handlung bewegt sich einfach nicht vorwärts, weshalb sich auch die Seiten für mich wie Kaugummi dahingezogen haben.

Der Schreibstil hat mir auch nicht unbedingt zugesagt. Ständig werden die Orte und Personen gewechselt, was meinen Lesefluss enorm beeinträchtigt hat. Da ist die dritte Sicht auch nicht unbedingt von Vorteil. Sicherlich auch ein Grund, warum ich das Gefühl habe, einfach nicht vorwärts zu kommen.

Die Charaktere konnten mich auch nicht überzeugen. Zu den vielen wechselnden Schauplätzen kommt eine Masse an Charakteren hinzu, die irgendwie alle die gleiche Bedeutung haben. Über jeden Charakter wird man erst mal seitenlang über ihre Vergangenheit und ihre Problemen (Job, Geld, Familie etc.) informiert. Ich kann nicht genau sagen, wer hier Haupt- und wer Nebencharakter ist. Die einzige vielleicht noch wirklich interessante Person ist Victoria Bergmann, die schließlich auch ihren Namen für die Trilogie hergibt. Ihre Kapitel habe ich mit etwas mehr Interesse gelesen und sicherlich hat sie auch was mit dem ganzen Fall zu tun. Aber durch das wilde "um-sich-schmeißen" mit Schauplätzen und Charakteren, kommt sie als Hauptcharakter für mich irgendwie zu kurz.

Themen wie Kindesmissbrauch oder Persönlichkeitsstörungen sind sicher nichts neues in einem Thriller. Doch der Autor muss sich damit auch auseinandersetzen und es echt rüberbringen. Ich als Leserin will diesen unangenehmen Beigeschmack, den solche Themen nun mal mit sich bringen spüren können, eine Gänsehaut bekommen, wenn ich nur daran denke und sich die Bilder in meinem Kopf zusammensetzen. Ich will vielleicht sogar zwischendurch den Atem anhalten müssen. Das alles ist bei mir nicht eingetreten.

Fazit: Nicht überall wo Psychothriller draufsteht ist auch ein Psychothriller drin. Es wird die erste Buchreihe sein, die ich nicht weiterlesen werde. Victoria hätte man mehr Zeit einräumen sollen, die sie verdient, denn immerhin geht es in erster Linie um sie. Dann wäre es vielleicht ein wirklich guter Auftakt einer vielversprechenden Trilogie geworden.. Da ich das Buch abgebrochen habe, ist mehr als ein Punkt nicht drin. Den hätte das Buch übrigens auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bekommen, wenn ich nicht abgebrochen hätte, denn ich bezweifle stark, dass sich das Buch noch um 180 Grad gewendet und mich überzeugt hätte.