Rezension

Spannend, intelligent und herausragen atmosphärisch

Der dunkle Bote - Alex Beer

Der dunkle Bote
von Alex Beer

Bewertet mit 5 Sternen

Alex Beer ist das Pseudonym der österreichischen Schriftstellerin Daniela Larcher, die am 8. April 1977 in Bregenz geboren wurde.Sie studierte Prozess- und Projektmanagement und arbeitete anschließend für zwei Jahre in der Werbebranche. 2002 begann sie an der Universität Wien ein Studium der Archäologie. Im Jahr 2006 zog sie nach New York, wo sie für ein Jahr im Verlagswesen arbeitete.Daniela Larcher lebt heute in Wien.(Quelle: Wikipedia)

Inhalt (Klappentext):
Wien 1920: Mitten in der prekärsten wirtschaftlichen Lage, die die Stadt je erlebt hat, sorgt ein ungewöhnlich grausamer Mord für Aufsehen. Der Täter hat seinem Opfer, einem jungen Mann, die Zunge herausgeschnitten und die Leiche grausig in Szene gesetzt. Und es bleibt nicht bei diesem einen Verbrechen: Nach und nach tauchen weitere Leichen auf, alle auf ähnlich befremdliche Weise inszeniert. Die mysteriösen Bekennerschreiben, die jedes Mal an den Tatorten gefunden werden, liefern keinen Hinweis auf den Täter. Doch den ermittelnden Kriminalinspektor August Emmerich treibt noch eine ganz andere Sorge an: Jede freie Minute verbringt er mit der fieberhaften Suche nach Xaver Koch, dem Mann, der seine Lebensgefährtin entführt hat und der zu einer wichtigen Größe in der Unterwelt geworden ist. Seine Nachforschungen führen ihn in Wiens dunkelste Gassen und offenbaren ungeahnte Abgründe. Dabei scheinen ihm seine Gegner immer einen Schritt voraus zu sein ...

Ich mag die Krimis von Alex Beer. Auf unnachahmliche Weise beschreibt die Autorin die elenden Zustände im - wieder einmal - kalten und tristen Wien 1920. Doch dieses Mal spürt der Leser nicht nur die Hoffnungslosigkeit der Bevölkerung, sondern auch den wachsenden Zorn und die Suche nach Sündenböcken für die Misere. Klar und deutlich kann man erkennen, in welche Richtung dieser Weg führen wird. In dieser Melange aus Elend, Not, Ohnmacht und Wut ermittelt August Emmerich auf gewohnt dickköpfige und unkonventionelle Weise. Mir gefällt, dass jetzt auch der  zu Anfang etwas blasse Assistent Ferdinand Winter mehr und mehr an Kontur gewinnt. Der Fall ist spannend, es werden verschiedene Spuren gelegt und es ist interessant, wie die damals neuartigen Ermittlungsverfahren, wie z.B. Fingerabdruckvergleiche an Bedeutung gewinnen. Auch im Privatleben von Emmerich spitzt sich die Situation mehr und mehr zu, so dass der sympathische und kauzige Polizist an mehreren Fronten kämpfen muss.
Fazit: Spannend, intelligent und atmosphärisch herausragend - die Bücher von Alex Beer sind echte Highlights im historischen Krimi-Genre.