Rezension

Spannende Mischung aus Klischee und Kreativität

Dark Heroine 01 - Dinner mit einem Vampir - Abigail Gibbs

Dark Heroine 01 - Dinner mit einem Vampir
von Abigail Gibbs

Bewertet mit 4 Sternen

Das Cover:
Das Cover ruft gleich laut heraus: "Ich bin ein Vampirroman!!!"
Blut trieft von oben und unten, hervorgehoben mit Lackfarben, Blutflecken überall, eine schwarze Rose und dann auch noch "Dinner mit einem Vampir" lassen keine Zweifel am Genre :)
Ich finde das Cover durchaus passend, vor allem lässt sich durch dieses nicht gleich auf einen doch all zu romantischen Blutsauger schließen, denn es ist kein dunkles sich küssendes Pärchen abgebildet, wie es sonst so oft bei Vampirromanen der Fall ist. Das Cover ist also passend zum Genre, aber auch nicht wirklich gewöhnlich.

Der Einstieg:
Der Einstieg ist schnell, man wird zwar nicht direkt in das Geschehen hineingeworfen, doch der Anfang ist definitiv von Action geprägt, wodurch dann die eigentliche Ausgangssituation auch schnell zu Stande kommt. Man lernt alle Charaktere kennen, was ich zunächst ein wenig verwirrend fand, es war recht viel auf einmal und ich habe die Namen innerlich ein paar Mal durcheinander geworfen, das hat sich aber nach den ersten 100 Seiten gelegt und ich hatte keine Probleme mehr.

Die Charaktere:
Ich habe die Kurzbeschreibung zum Buch nur überflogen und erst nach Ende des Romans gelesen, so bin ich offen und unvoreingenommen auf das Buch zugegangen, was ich im Nachhinein sehr gut finde. Ich wusste also nicht wer die Protagonisten sind und habe so alle Schwankungen und Unsicherheiten, die auch die (eindeutige) Protagonistin Violet fühlt. Wer sollte ihren Konterpart bilden?
Violet ist ein recht normales Mädchen, siebzehn, ihre Familie gehört zur High Society Lndons (was sie aber nie heraushängen lässt), versucht gerade über ihren Ex hinweg zu kommen und geht gerne tanzen (was ihr zum Verhängnis wird). Sie war mir sympathisch und einfach sop wenig Heldin, dass man sich gut in sie einfühlen kann, denn eiegntlich ist sie nicht gerade der Prototyp einer Protagonistin, dafür ist sie einfach zu normal. Ich mochte Violet sehr.
Ich möchte jetzt nicht viel zum zweiten Protagonisten sagen, das wäre zu viel Spoiler, sondern mehr zu den Vampiren und ihrer Darstellung an sich. Zuerst einmal zum Guten: Es sind keine glitzernden, romantsichen "Animaltarier", sie saugen Menschen aus, zwar müssen sie diese dabei nicht töten, tun es aber oft. Sie sind eben typisch Vampir: Blutsauger und Raubtier, blass mit spitzen Zähnen, sehr stark und nahezu unsterblich. Jeder Vampir hat seinen eigenen Charakter, manche waren mir von Anfang an sehr sympathisch (Fabian), andere nicht ganz so (Kapser). Aber auch Vampire haben eine Geschichte hinter sich und Entwickeln sich während der Geschichte, was meiner Meinung nach gut gelungen ist.
Was mir am Bild der Vampire besonders gut gefallen hat ist das Hinzufügen eines einzigartigen und kreativen Elements (wer etwas gegen leichte Spoiler hat (nicht Handluntgsspoiler)springt bitte zum nächsten Absatz):
Unsere Welt ist nur eine von vielen Dimensionen und in allen Welten gibt es auf der einen Siete Menschen und auf der anderen Seite dunkle Wesen. Auf den meisten Welten leben beide im Krieg, nur in unserer Welt wissen die Menschen nichts von der Existenz der Dunklen Wesen. Außerdem sind Vampire keine Abkömmlinge der Menschen sondern eine eigenstehende Rasse, die sich auch untereinander fortpflanzt. Super Ideen!

Die Handlung:
Die Handlung ist zu Beginn schnell, alles mögliche passiert gleichzeitig oder geschieht kurz hintereinander. Danach wird es ersteinmal ruhiger, aber niemals langweilig, denn das Buch ust definitiv ein Page-Turner. Man fragt sich immer was jetzt passiert, wie es sich weiterentwickelt und wie alles zusammenhängt. Ich könnte keine Szene benennen die ich überflüssig fand und von der ich nicht sagen könnte dass sie die Handlung weitergebracht hat. Und das bei über 600 Seiten ist wirklich gut. Da war wohl ein fähiger Lektor am Werk!

Der Schreibstil:
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, ich würde ihn kurz als unkompliziert beschreiben. Das Buch lässt sich also trotz seiner Länge auch zwischendurch mal lesen. Gleichzeitig bedeutet das aber, dass mir beim Schreibstil der Wiedererkennungswert fehlen würde, er ist nichts was im Gedächtnis bleibt, auch wenn er an sich vollkommen ok ist und man über keine grobe Formulierung oder einen seltsamen Satz stolpert.

Der Schluss:
Am Schluss spitzen sich die Ereignisse zu. Was im Mittelteil langsamer geworden war nimmt hier wieder rasant an Fahrt auf, ähnlich wie zu Beginn. Das erzeigt eine enorme Spannung,a ber durch die sehr schnelle Abfolge der Geschehnisse fand ich den Schluss in manchen Absätzen etwas verwirrend. Ich hätte mir hier das hinzufügen von ein paar Seiten gewünscht (auch wenn das Buch dadurch noch länger geworden wäre, mich hätte das nicht gestört).

FAZIT:
Ich fand "Dark Heroine" wirklich gut. Zu Beginn war ich recht skeptisch, weil es sich eben um einen Vampirroman handelt, aber ich habe mich schnell in die spannende Handlung eingefunden. Das Buch verbindet das alte Bild des blutsaugenden Raubtiers "Vampir" mit einigen wirklich kreativen Ideen. Den Schluss fand ich recht schnell und an manchen Stellen ein bisschen verwirrend. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, bleibt aber nicht im Gedächtnisl
Für mich ist das Buch ein toller und spannder Vampirroman, der sich 4 von 5 Sterne absolut verdient hat. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Band.