Rezension

Spannender Trilogieauftakt mit interessanten Charakteren

Alice im Zombieland - Gena Showalter

Alice im Zombieland
von Gena Showalter

Bewertet mit 4.5 Sternen

Alice ist eigentlich ein normaler Teenager – wäre nur ihr Vater nicht so verrückt. Da dieser glaubt, nachts würden Monster über die Menschen herfallen, dürfen seine zwei Kinder bei Dunkelheit das Haus nicht verlassen und führen daher ein recht einsames Leben. Bis zu dem Tag, als Alice‘ Vater eine Ausnahme macht, die Familie abends unterwegs ist und das große Unglück geschieht, das Alice‘ Leben für immer verändert und ihr beweist, dass ihr Vater doch gar nicht so verrückt war…

Die 16-jährige Alice ist die Protagonistin und Ich-Erzählerin der Geschichte. So hat man einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühlswelt, die aufgrund ihres schweren Schicksalsschlages sehr aufgewühlt ist.
Alice macht im Verlauf der Geschichte eine spürbare Wendung durch. Sie ist gezwungen, ihre Trauer zu überwinden und zu kämpfen, wodurch sie immer sympathischer wird.
Die Sprache ist dem Teenager angepasst, jugendlich-leicht, wobei einige Dialoge etwas eigenartig verlaufen.

Mein Lieblingscharakter ist der unnahbare Cole, der trotz seines jungen Alters eine große Verantwortung trägt. Immer wieder blitzt der weiche Kern durch die harte Schale, was ihn zu einer spannenden Figur macht.

Nach einem etwas schleppenden, wenn auch emotionalen Beginn, wird die Handlung sehr spannend. Da es zwei Zombiejäger-Teams gibt, ist man auch als Leser zwischendurch verunsichert, wer auf welcher Seite steht, sodass es mehrfach zu unerwarteten Wendungen kommt.

Aufgrund der Auseinandersetzungen mit den Zombies gibt es einige Kampfszenen mit einem gewissen Maß an Brutalität und Blut, wobei auch hierbei die insgesamt sehr bildhafte Sprache beibehalten wird.

Die Wunderland-Anspielungen fügen sich für mich noch nicht schlüssig in die Geschichte. Abgesehen vom Namen kommt zwar ein Kaninchen vor, es hätte aber genauso gut ein Hund oder ähnliches sein können. Ich bin daher gespannt, ob im Verlauf der Trilogie noch weiter Bezug auf das Märchen genommen werden wird.

Der Trilogieauftakt hat ein relativ offenes Ende. Auch wenn einige Handlungsstränge abgeschlossen sind, ist der Kampf von Alice und ihren Freunden noch nicht beendet.

Fazit: Interessante Idee, die gerade zu Beginn etwas mehr Tempo vertragen hätte. Dann wird die Handlung aber spannend und die Ereignisse überschlagen sich regelmäßig. Dabei nimmt die sich aufbauende Beziehung zu Cole ähnlich viel Raum ein wie Alice Kampf, ihre Familie zu rächen, sodass ein ausgewogenes, ansprechendes Verhältnis entsteht.