Rezension

Spannung aus dem kalten Norden

Kaltes Gold
von Cilla Börjlind

Bewertet mit 4 Sternen

„Es war eine düstere Zeit, eine Zeit, in der eiskalte Echos aus der Vergangenheit widerhallen. Aber auch düstere Zeiten müssen durchlebt werden.“ (Zitat Seite 121)

 

Inhalt

Die Erderwärmung lässt auch Schnee schmelzen, der damals, vor zwanzig Jahren, als „ewiges Eis“ galt und einen Toten bedeckt hielt, nun aber eine Hand freigibt. Ein Detail erinnert Tom Stilton an einen alten, nie aufgeklärten Fall. Es ist der erste Fall, bei dem Olivia Rönning, gerade aus ihrem Urlaub in Mexiko zurückgekehrt, die Ermittlungen leitet. Als sie zum Fundort in der rauen, einsamen Natur fliegt, stürzt ihr Hubschrauber ab, doch dies ist nicht ihr größtes Problem, denn jemand will noch vor ihr alle Spuren vernichten und das um jeden Preis. Grund genug für Tom Stilton, nach Hause zu kommen und, zusammen mit Mette lsäter, Olivia in diesem Fall zu unterstützen.

 

Thema und Genre

Dieser Kriminalroman aus dem hohen Norden ist Teil einer Serie um die Ermittler Olivia Rönning und Tom Stilton. Diesmal geht es um einen Cold Case, Umwelt, globale Wirtschaftsinteressen, Beziehungen und intensive Recherche.

 

Charaktere

Olivia Rönning ist überzeugt, ihren Unfall und die damit verbundenen Ereignisse gut verkraftet zu haben. Sie stürzt sich mit entschlossener Intensität und ruhelos in ihre Ermittlungen, nicht immer einfach für ihr Team Lisa und Bosse. Ihre Beziehung zu Lukas belastet sie, da sie sich permanent Sorgen um ihn macht. Es ist interessant zu sehen, wie sich die einzelnen Ermittler-Figuren und ihr Umfeld im Laufe dieser Serie charakterlich entwickelt haben, auch wenn dieser sechste Band genügend Rückblenden und Erklärungen enthält, um als eigenständiger Kriminalroman gelesen zu werden.

 

Handlung und Schreibstil

Dieser spannende, vielschichtige Fall spielt in Stockholm und in Arjeplog in Schwedisch-Lappland. Gleichzeitig führt ein Aspekt der Ermittlungen Tom nach Banjul, Gambia und somit in eine parallele Handlung. Die Geschichte findet  in der Gegenwart statt. Die Ermittlungen befassen sich jedoch auch mit den Ereignissen, die zwanzig Jahre zurückliegen und reichen dann plötzlich noch weiter in die Vergangenheit zurück. Dieser Fall birgt nicht nur zu Beginn viele Rätsel und offene Fragen, was immer wieder zu neuen Erkenntnissen und unvorhersehbaren Wendungen führt. Dennoch bleibt die Geschichte plausibel und nachvollziehbar. Wichtig ist dem Autorenteam auch die private Situation von Olivia, ihre Beziehung zu dem schwierigen, psychisch labilen Künstler Lukas. Die damit verbundenen Schilderungen der Befindlichkeiten unterbrechen in ihrer Ausführlichkeit leider manchmal den Spannungsbogen. Dies ist vermutlich gewollt, führt jedoch dazu, dass die Geschichte etwas Zeit in Form von Buchseiten braucht, um richtig in Schwung zu kommen.

 

Fazit

Ein vielschichtiger, spannender Kriminalroman aus dem kalten Norden, düster und intensiv.