Rezension

Starker Anfang, schwaches Ende, leider!

Wenn Donner und Licht sich berühren - Brittainy C. Cherry

Wenn Donner und Licht sich berühren
von Brittainy C. Cherry

Bewertet mit 2 Sternen

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Sowohl farblich, als auch vom Motiv finde ich es sehr schön gestaltet. Der Klappentext hat mich diesmal gar nicht so sehr angesprochen, wie es sonst der Fall bei Cherrys Büchern ist, aber ich habe schon fest damit gerechnet, dass es mir trotzdem gefallen wird, da ich ihre anderen Romane auch mochte. Die Klappentexte ihrer Bücher zeigen schon mal einen kleinen Einblick, wie emotional ihre Bücher sind.

Der Schreibstil ist wie erwartet flüssig und mitreißend. Ich fand sofort in die Geschichte rein und auch wenn es im ersten Teil sehr dramatisch zu geht, habe ich mich sofort in das Buch verliebt. Chery kann schreiben. Das beweist sie immer wieder aufs Neue. Ihr Stil ist emotional, berührend und tiefgehend. Sie erzählt ihre Geschichten mit viel Gefühl, mit einer bittersüßen Tiefe, die einen nicht mehr loslässt.

An manchen Stellen war mir die Handlung etwas zu dramatisch, worüber ich hinwegsehen könnte, wenn es stellenweise nicht auch noch so unlogisch wäre. Gerade im Bezug auf den Schulalltag, aber vor allem zum Ende hingibt es immer wieder Entwicklungen, die sich hätten ruhig mehr Zeit nehmen können.

Grundsätzlich mag ich den chronologischen Erzählstil des Buches. Man erfährt zu Beginn, wie die beiden sich als Teenies kennenlernen und wie es dann im Laufe der Zeit mit ihnen weitergeht. Immer wiederkehrende Flashbacks, die offene Fragen klären, mag ich nicht sonderlich, weil ich lieber direkt im Geschehen dabei bin, um nach und nach alles kennenzulernen und den Moment erlebe und in diesem Fall hat Cherry einen grandiosen Job gemacht.

Wir haben hier mit Jasmine und Elliot eigentlich zwei Figuren, die beide sehr interessant sind. Jasmine wird von ihrer Mutter darauf gedrillt ein Popsternchen zu werden, obwohl sie viel lieber Soul singen würde, was ihre Mutter aber nicht interessiert. Ihre Tage bestehen aus Tanz-, Gesangs- und Schauspielproben und sie wird eigentlich zu Hause unterrichtet, denn Ablenkungen darf es in ihrem Leben nicht geben und sie ziehen sowieso ständig um. Als sie dann länger an einem Ort bleiben und sie doch zur Schule gehen darf, trifft sie dort auf Elliot.

Elliot ist schüchtern, zurückhaltend, stottert, trägt eine Brille und eine Zahnspange und die Schule ist seine ganz eigene Hölle. Er wird täglich gemobbt, das nicht nur verbal und flüchtet sich häufig in seinen Jazz, vor allem wenn er Saxophon spielt. In Jasmine findet er das hübscheste Mädchen, das er kennt, aber auch eine Freundin, denn die beiden verbindet die Musik.

Die beiden freunden sich an und - mein Gott - sie sind wahnsinnig süß zusammen. Ihre gemeinsame Liebe zur Musik und diese magische Verbindung zwischen ihnen erwärmte mir während des Lesens das Herz, gerade weil ich so gerne über die unschuldige erste Liebe lese. Da wirkt alles noch so zauberhaft und besonders.

Elis Mom, Laura, fand ich das ganze Buch durchweg sehr sympathisch. Sie gibt ihren Kindern wundervolle Werte mit auf den Weg und ist generell eine starke Frau! Katie, seine Schwester, ist genauso toll wie ihre Mom und die drei haben eine schöne Verbindung miteinander.

Heather, Jasmines Mom, ist eine authentische Figur, die dem Leser natürlich unsympathisch sein soll. Das ist sie, aber sie ist gut ausgearbeitet! Für sie steht der Ruhm von Jasmine an erster Stelle und was ihre Tochter möchte, interessiert sie überhaupt nicht, aber damit erfüllt sie ihre Rolle perfekt.

Ray und TJ sind Figuren, die das Buch sehr gut abrunden. Beide Männer sind ein wahres Geschenk, aber auf sie möchte ich nicht näher eingehen, damit ich nicht zu viel verrate.

Im zweiten Teil hat das Buch leider seinen Zauber verloren, was ich wirklich schade finde. Es ist nicht mehr so romantisch und süß, an einigen Stellen sogar etwas langatmig, insgesamt aber doch zu eilig, was die Entwicklung angeht und das Ende ist, für meinen Geschmack, viel zu überhastet. Die Musik verliert zunehmend ihre Rolle und auch Jasmine und Elliot behandeln sich nicht mehr mit dieser gewissen Besonderheit. Das ist wirklich sehr schade, denn gerade in diesem Punkt hat sich das Buch von der Masse abgehoben.

"Wenn Donner und Licht sich berühren" ist nach "Wie das Feuer zwischen uns" mein Lieblingsbuch von ihr und definitiv eine Empfehlung, weil der erste Teil des Buches fantastisch ist, auch wenn ich ein bisschen enttäuscht bin, dass man der Geschichte im zweiten Teil ihren Zauber genommen hat, um ihn durch ein viel zu schnelles Ende zu ersetzen.