Rezension

Stella allein zu Hause!

Einer wird sterben - Wiebke Lorenz

Einer wird sterben
von Wiebke Lorenz

Bewertet mit 4 Sternen

Stella und Paul Johansson wohnen in einer Villa am Blumenweg. Wobei Stella meist alleine zu Hause ist, da Paul als Pilot arbeitet und immer für längere Zeit weg ist.

Eines morgens parkt ein schwarzer Mercedes direkt vor ihrem Haus, darin 2 Menschen, die nichts anderes tun als in dem Wagen zu sitzen. Stundenlang, tagelang, nächtelang. Was bei den Anwohnern der Blumenstrasse die verschiedensten Gefühle auslöst. Stella zum Beispiel löst diese Präsenz Angst aus. Denn in der Vergangenheit ist etwas geschehen, dass sie an diese Menschen in dem Wagen erinnert.

 

Klar und gradlinig ist in dieser Geschichte die Erzählperspektive. Ohne Perspektivwechsel steht das ganze Buch über Stella im Mittelpunkt. Stella, die privilegiert ist, da sie und ihr Mann Paul in einem schönen Haus wohnen, eine Haushälterin die Arbeiten abnimmt und den ganzen Tag nichts zu tun hat. Stella ist hervorragend charakterisiert, vor allem kurze Rückblicke in ihre Kindheit zeigen, dass sie auch eine traumatisierte Frau ist. Lange Zeit empfand ich Stella als nervig, da sie ganz schön viel jammert und unbeholfen wirkt. Erst ganz zum Schluss habe ich die vielschichtige Persönlichkeit Stellas erfassen und verstehen können. Psychologisch sehr gut ausgearbeitet hat die Autorin die Figur "Stella". Lange fragt man sich, ob Stella paranoid ist oder ob mit ihr ein falsches Spiel gespielt wird. Genau die Charakterisierung Stellas eröffnet zum Schluss eine überraschende Wendung, die sehr gut gemacht ist. Und mir genau das aha - Erlebnis bescherte, das ich in Thrillern mag.

Zu Beginn empfand ich die Geschichte als leicht eintönig. Ohne grosse Höhen und Tiefen plätschert die Geschichte vor sich hin. Bis zu dem Moment, als ein paar nebenbei eingeworfene Sätze und Bemerkungen den Verdacht aufkommen lassen, dass das Leben von Stella und Paul nicht immer so gradlinig und sorglos verlief. Von da an hatte mich die Story am Wickel und gepackt. Ich wollte unbedingt wissen, was geschehen ist.

Der Schreibstil ist kurz und teilweise fast abgehackt. Wie schon oben erwähnt, hätte zu Beginn ein paar überraschende Wendungen gut getan.

Punkto Spannung reicht dieser Thriller leider nicht an "Bald ruhest du auch" heran. Ich empfand ihn als gut lesbar und ab der Mitte spannend.