Rezension

Tolle Idee mit kleineren Umsetzungsschwächen

Glenlyon Manor. Das Geheimnis der Princess Helena School - Gabriele Diechler

Glenlyon Manor. Das Geheimnis der Princess Helena School
von Gabriele Diechler

Bewertet mit 3.5 Sternen

~~Das Cover:
Das Cover ist wie bei allen Impress Titeln wirklich wunderschön und sehr gelungen. Es sieht ein wenig verträumt aus, was vor allem durch den milchigen Effekt vor dem Gesicht eines Mädchens und an der lila Farbgebung liegt. Es macht richtig Lust sich ein ein schattiges Plätzchen unter Efeuranken im Garten zu suchen und zum Buch zu greifen. Wirklich hübsch und auch mit dem allen Elementen sehr passend zum Inhalt

Der Einstieg:
Den Einstieg fand ich ein wenig verwirrend. Ein Prolog greift mitten in die Geschichte vor, als dann der Zeitsprung zurück im ersten Kapitel kam habe ich erst einmal ein wenig gestutzt bis ich die zeitliche Reihenfolge verstanden habe, genau genommen steht es zu Beginn auch geschrieben, das die Geschehnisse ein wenig zuvor situiert sind, aber das hatte ich überlesen... Danach jedoch gefällt mir der Beginn gut, man lernt die Gegebenheiten und die Charaktere schnell kennen, auch wenn durch diese Kürze manche Dinge irgendwie zu schnell passieren und so etwas gestaucht wirken.

Die Charaktere:
Die Protagonistin heißt Aoki. Zu Beginn hat mich der Name etwas verwirrt, er klang irgendwie asiatisch. Japanisch vielleicht? Aber das klärt sich im Laufe der Geschichte drauf, denn das junge Mädchen kürzt mit Aoki einfach nur ihre vielen langen Vornamen ab, ist selbst aber Deutsche. Sie ist eine nette Person und ein lustiger Charakter mit allerlei Eigenheiten. Als dann auch noch entdeckt wird, dass sie hochbegabt ist und in Schottland auf die Princess Helena School gehen soll ist sie davon gar nicht begeistert, Gott sei Dank steht ihr aber immer ihre neugierige beste Freundin bei, und sei es am Handy.
Auch im Internat gibt es viele Jugendliche (und auch ein paar Lehrer). Vor allem einer hat es Aoki angetan ;) Aber ich will ja nicht zu viel verraten.
Am liebsten mochte ich Aokis witzige und charamante Bemerkungen, die mir das ein oder andere Lächeln gegeben haben. Leider werden die meisten Charaktere eher angeschnitten, man erfährt wenig über sie, vor allem über Aokis Helfer, einen Japaner, hätte ich gerne mehr erfahren, so wie auch über die heimlichen Bewohner des Schlosses.

Die Handlung:
Die Handlung ist definitiv spannend, gespickt mit ein wenig Liebe. Wer hier eine tiefgründige Liebesgeschichte erwartet ist fehl am Platz, diese ist nämlich eher Nebenhandlung. Vor allem zu Beginn und zum Ende fand ich die Geschehnisse etwas zusammengestaucht, hier hätte ich mir ein bisschen mehr Entwicklung gewünscht, die durch ein paar mehr Seiten hätte erreicht werden können. Auch waren einige Gespräche zeitweise einfach zu unrealistisch und konstruiert, das lag ebenfalls daran, dass diese notwendig waren um die Handlung voran zu bringen, mit ein paar mehr Seiten und unter anderen Umständen aber sicher realistischer gewirkt hätten. Sehr gut hingegen fand ich die sehr kreative Idee und Einbindung von geschichtlichen Aspekten in die Handlung, auch wenn keine großartigen unerwarteten Wendungen teil der Handlung sind, kann die Autorin das durch viel Witz und Charme wieder wett machen.

Der Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, ich konnte mich schwer in die Art der Autorin einfinden, das wurde aber im Fluss der Handlung immer besser und hat mich nach ein paar Kapiteln überhaupt nicht mehr gestört. Ich würde den Schreibstil auf keinen Fall als schlecht beschreiben, denn das ist er absolut nicht! Vielleicht wäre das treffendere Wort ein wenig "eigen". Aber nach der Eingewöhnung hat mich die Autorin mit kreativen Wortwechseln in ihren Bann gezogen.

Der Schluss:
Der Schluss kam mir leider ebenfalls ein wenig zu schnell, nach dem ganzen Aufbau der Handlung sind nur ein oder zwei Sätze nötig um einen lange schwelenden Konflikt zu lösen, das fand ich ein wenig schade. Die Idee, die hinter dem Schluss stand hat mir aber gut gefallen. Auch mochte ich den letztendlichen Ausgang und die Symbolik des Schlusses.

Das Fazit:
Das ebook hat ein wunderschönes Cover, das einen zum Träumen einlädt. Der Einstieg hat mich ein wenig verwirrt und durch die vielen Geschehnisse, die direkt aufeinander folgen wirkt die Geschichte insgesamt etwas gestaucht, das macht sich auch bei den Charakteren bemerkbar, die dadurch allesamt etwas flach wirken, auch wenn Aoki, die Protagonistin den Leser mit viel Witz auf ihre Seite zieht. Der Schluss kommt ebenfalls einfach ein wenig schnell und der Konflikt wird sehr einfach gelöst.

Die Idee Geschichte mit Phantastik in dieser Art zu verbinden fand ich neu und kreativ, außerdem erzählt Autorin die Geschichte mit viel Witz, Charme und Spannung erzählt. Das macht vieles wett.

Alles in allem bekommt das Buch von mir 3 1/2 Sterne und eine Leseempfehlung für eine nette Sommerlektüre im Park :)