Rezension

Toller Auftakt

Throne of Glass - Die Erwählte - Sarah Maas

Throne of Glass - Die Erwählte
von Sarah Maas

Bewertet mit 4 Sternen

Inhalt von Throne of Glass:
Celaena ist bereits seit einem Jahr wegen ihrer Verbrechen in Endovier eingesperrt, einer Mine, in der die Insassen sich langsam aber sicher zu Tode schuften müssen. Bis eines Tages der Kronprinz höchstpersönlich auftaucht und ihr ein unwiderstehliches Angbot macht: Wenn sie sein Champion wird und im Wettkampf seines Vaters – dem König – den ersten Platz erzielt, wird er ihr die Freiheit schenken und sie darf die Mine verlassen. Und Celaena wäre nicht die weltbeste Assassinin, wenn sie sich dieser neuen Herausforderung nicht stellen würde...

Meinung zu Throne of Glass:
Ich muss es ja zugeben: Ich finde Assassinen einfach spannend. Keine Ahnung, warum ich so lange gebraucht habe, dieses Buch in die Hand zu nehmen, denn was könnte spannender sein, als als eine blutjunge, herausragende Assassinin, die verraten wurde und sich nun in einer Mine zu Tode schuftet?

Celaena ist gerade mal 18 Jahre alt und ab und an merkt man ihr ihre Jugend sehr an, während sie in anderen Situationen wieder recht abgebrüht und pragmatisch ist. Diese Kombination aus hart und weich, jung und “alt”, unschuldig und gewieft hat mir sehr zugesagt, ich fand Claena als Charakter herrlich stark und verletzlich zugleich. Und mir gefällt natürlich auch, dass sie extrem fähig ist, sie wurde zum Kämpfen und Töten ausgebildet, seit sie 8 ist und das bedeutet, dass sie nicht sonderlich zimperlich ist, auch wenn sie glücklicherweise ihre sanfte Seite nicht verloren zu haben scheint.

Auch die beiden männlichen Hauptcharaktere – den Kronprinzen Dorian und Hauptmann der Wache Chaol – mochte ich. Dorian ist sich seiner verwöhnten, übergeordneten Position durchaus bewusst und auch seiner Hilflosigkeit gegenüber seinem Vater, dem König. Er weiss auch, dass er noch nicht bereit dazu ist, sich gegen den König zu stellen, da ihm sowohl Macht, als auch der Mut dazu fehlen und diese Selbsterkenntniss bei einem gerade mal 19-Jährigen fand ich super. Chaol fand ich etwas undurchsichtiger, da aus seiner Sicht erst recht spät und auch ziemlich wenig berichtet wird. Das meiste erleben wir aus Celaenes Sicht, durchzogen mit Passagen von Dorian und einer durchtriebenen Hofdame. Der Charakter von Chaol ist – typisch Krieger – kantiger und weniger fein geschliffen als Dorians und gefällt mir somit natürlich wie immer auch besser, als der ewig nette Prinz. Auch seine Entwicklung vom Anfang des Buches, als er Celaena noch als miese Verbrecherin abstempelt und behandelt, im Laufe der Zeit jedoch immer mehr ihrem kratzbürstugem Charme verfällt, fand ich sehr gut dargestellt. Die Tatsache, dass Dorian und Chaol gute Freunde sind, die sich beide zur selben Frau hingezogen fühlen, könnte im nächsten Band noch interessant werden. Gerne hätte ich allerdings erfahren, wie zwei so ungleiche Männer überhaupt erst Freunde werden konnte. Über die Jugend der beiden erfahren wir leider nur sehr sehr wenig.

Die Geschichte selbst braucht ein wenig, bis sie in Fahrt kommt und der Action-Anteil war mir insgesamt ein bisschen zu weni, trotz der immer wieder auftauchenden, mysteriösen Leichen im Schloss. Hier hoffe ich ebenfalls auf Band 2. Die Nebencharaktere waren zum Großteil gut gestaltet, wenn auch etwas blass. Nehemia, die Prinzessin, mit der sich Celaena anfreundet hingegen fand ich interessant und sympathisch, sie ist mir mit ihrer etwas forschen, auch geheimnisvollen Art ebenfalls ans Herz gewachsen.

Eine Geschichte also, die mich definitiv überzeugen konnte, der es jedoch leider an Tempo gefehlt hat, vielleicht wäre ein Aufeinandertreffen mit ränkeschmiedenden Hofdamen weniger und dafür einige Kampfszenen mehr, passender gewesen. Denn immerhin ist Celaena die weltbeste Assassinin und hier hiervon hätte ich eindeutig gerne noch mehr gesehen. Bestimmt lese ich hier bald die Fortsetzung: Throne of Glass – Kriegerin im Schatten