Rezension

Toller Auftakt mit Ecken und Kanten

Children of Blood and Bone - Tomi Adeyemi

Children of Blood and Bone
von Tomi Adeyemi

Von ‚Children of Blood and Bone‘ geschrieben von Tomi Adeyemi hatte ich vorab soviel gehört, vor allem auch Gutes, weshalb meine Erwartungen entsprechend hoch waren. 
Hier geht es um die junge Zélie, deren Mutter vor elf Jahren aufgrund ihrer Magiebegabung und auf Befehl des Königs ermordet wurde und die sich zusammen mit ihrem Bruder Tzain auf die Reise macht, die Magie zu retten.
Der Schreibstil war flüssig und angenehm zu lesen, die Geschichte dadurch leicht verständlich, trotz der tiefgründigen Themen und der unglaublich vielen Begrifflichkeiten. Ich brauchte zwar ungefähr hundert Seiten um mich in Zélies Welt zurechtzufinden, danach hatte mich dieses Abenteuer aber vollständig gepackt, was nicht zuletzt an der Erzählung aus der Ich-Perspektive lag, durch die es mir besonders leicht fiel, die Gedanken und Gefühle der drei Hauptfiguren Zélie, dem Kronprinzen Inan und seiner Schwester Prinzessin Amari nachzuvollziehen, auch wenn einige Entscheidungen der Figuren unlogisch erschienen. Durch die spannende Handlung und die gut ausgearbeiteten Charaktere habe ich darüber aber gerne hinweggesehen. 
Was mir etwas fehlte, war eine nähere Beschreibung der Fantasy- Welt, insbesondere des Magie-Systems. Die Erklärungen waren mir in dieser Hinsicht etwas zu dürftig, aber ich hoffe auf weitere Ausführungen in der Fortsetzung, die ich nach dem fiesen Ende auf jeden Fall lesen werde.

FAZIT

Die hohen Wellen, die dieses Werk geschlagen hat, kann ich durchaus nachvollziehen. Die Themen wie Rassismus, Diskriminierung, aber auch Liebe und Freundschaft werden hier sehr gut aufgearbeitet und dargestellt. Teilweise waren die Szenen wirklich brutal, was aber in den Kontext passte und die weniger schönen Seiten von Zélies Welt demonstriert. Die Autorin verpackt hier eine nötige und wichtige Gesellschaftskritik in eine fantastische Geschichte, die durch das Einflechten afrikanischer Mythologie erfrischend originell wirkte und mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht hat.
Auch wenn ich in Punkto Weltbeschreibung und der Glaubwürdigkeit mancher Handlungen der Charaktere nicht hundertprozentig zufrieden war, konnte es mich doch fesseln und trotz des für ein Jugendbuch enormen Umfangs überzeugen.