Rezension

Über das Scheitern einer kompletten Familie...

Der Vogelgott
von Susanne Röckel

Bewertet mit 2 Sternen

Ich weiß immer noch nicht wirklich wie ich anfangen soll. Meine Gedanken sind noch ziemlich ungeordnet, weil ich eherlicherweise ein wenig verwirrt und enttäuscht bin. Der Klappentext verspricht Großes und etwas Außergewöhnliches, aber das habe ich nicht wirklich bekommen.
Zunächst positiv möchte ich hier den Schreibstil nennen. Dieser lässt sich wirklich lockerleicht lesen und es gibt keine schwierigen Thermini, die stören. Die Autorin hat auf jeden Fall Talent. Auch die metaphysische Ebene, die zwischen den Zeilen schimmert, finde ich sehr interessant und faszinierend. Der Mythos ist wirklich ein wenig unangenehm und widernatürlich, aber trotzdem sehr faszinierend wie weit sein Arm greift und auf wie viele Ebenen es Einfluss hat.
Die Handlung hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Sie war sehr langatmig, langweilig und es hat sich leider gezogen wie Kaugummi. Es gibt sehr viele Wiederholungen, die einfach unnötig sind und das Lesen eher erschweren. Des Weiteren muss ich anfügen, dass ich nach ca. 100 Seiten immer noch nicht wirklich wusste, um was es geht und in welche Richtung die Geschichte gehen würde. Der Mythos und somit die Grundidee sind sehr spannend, aber die Einflechtung in die Geschichte war sehr monoton und verlief in allen vier "Geschichten" fast identisch. Genauso wie es noch andere Elemente gab, die immer wiederholt wurden mit den identischen Gefühlen der jeweiligen Protagonisten.
Mit den Protagonisten konnte ich mich so gar nicht identifizieren. Ich habe gemerkt, dass die Vier und ich Extreme sind. Sie stellen Werte bzw. Handlungen dar, die ich nicht nachvollziehen und auch nicht ausstehen kann. Ich hätte sie gerne an der ein oder anderen Stelle geschüttelt oder das Buch an die Wand geworfen, wenn es mein Eigenes gewesen wäre.
Das Ende ist zwar offen, aber trotzdem passt es zur Geschichte. Ein wenig traurig, unheimlich und seltsam.
Insgesamt hat mir das Buch hinsichtlich der Ausarbeitung, der Charaktere und der Handlung nicht gefallen, obwohl der Schreibstil, die Grundidee und das Ende durchaus akzeptabel sind. Die letzten 50 Seiten habe ich nur noch quergelesen, weil ich das Buch nicht abbrechen wollte...