Rezension

Über Freundschaft und ein bisschen Liebe

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
von John Green

Bewertet mit 3 Sternen

Haha, Archer, punktemässig konnte ich auch nicht höher gehen! Aber trotzdem ist es kein Verriss. Man muss halt immer die Zielgruppe im Auge haben: ab elf !

Obwohl der Jugendroman „Schlaft gut …“ sich um eine Jugendliche dreht, die an einer Angststörung und einer Zwangsneurose leidet, ist diese Thematik nicht das tragende Element des Buches, sondern es ist die ungleiche Freundschaft zwischen Aza Holmes und ihrer besten und einzigen Freundin Daisy.

Daisy ist pragmatisch und hat ein wenig zu kämpfen mit ihrer finanziellen Situation, sie will aufs College, will studieren und das Ganze ist in den USA nicht gebührenfrei. Daisy ist nicht auf Rosen gebettet. Deshalb hat sie neben der Schule einen Job. Aza Holmes fehlt der Vater, sie leistet immer noch Trauerarbeit und hat ihre Handicaps. Wer hat es schwerer? Jedes der Mädchen ist tief innen davon überzeugt, dass das jeweils eigene Problem das Schlimmste ist, was es auf der ganzen weiten Welt gibt.

Wie die beiden Mädels miteinander umgehen und sich auch mal gegenseitig den Kopf waschen, wie ihre Freundschaft diese Belastung aushält, das hat mir gut gefallen. Es ist nun einmal nicht leicht, mit Menschen befreundet zu sein, die „anders“ sind. Da hat Daisy ganz recht. Die ihr Bestes gibt, aber manchmal reißt auch ihr die Hutschnur. Und auch Daisy hat ihre Macken!

Der Rest des Romans ist mehr oder weniger Füllstoff und relativ belanglos. Ja, der neue Roman von John Green kann nicht an seinen Bestseller „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ anknüpfen. Das können Folgeromane von Bestsellern fast nie. So what? Ein Autor kann auch einmal einen „kleinen Roman“ nachschieben. Ich würde den Roman nämlich dennoch für meine Nichten kaufen und habe ihn selber gerne gelesen, auch wenn er nicht DER große Wurf ist.

Fazit: „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ ist leichte und nette Unterhaltung für Jugendliche, ein kleiner Roman, der nebenbei den einen oder anderen Gedankenanstoß geben könnte.

Kategorie: Jugendbuch
Verlag: Carl Hanser, 2017

Kommentare

katzenminze kommentierte am 01. Dezember 2017 um 19:31

Ich bleibe gespannt! ^.^ "Das Schicksal..." fand ich auch nicht sooo wahnsinnig toll, also keine riesigen Erwartungen meinerseits hierfür, aber viel Neugier!

e-möbe kommentierte am 01. Dezember 2017 um 21:31

Verrissen hab ich auch nicht. Oder?

wandagreen kommentierte am 01. Dezember 2017 um 22:11

Wir sind uns ja ziemlich einig sogar mit der Einschätzung. Wenn auch aus verschiedenen Gründen. Der Satz "ich war froh als es zu Ende war" ist natürlich nicht gerade eine Lobeshymne ;-)).