Rezension

Überzeugende Horrorgeschichten

Aus dunklen Federn - Sonja Rüther, Markus Heitz, Thomas Finn

Aus dunklen Federn
von Sonja Rüther Markus Heitz Thomas Finn

Rezension ,,Aus dunklen Federn" von Sonja Rüther

,Aus dunklen Federn" ist die erste Horroranthologie, herausgegeben von Sonja Rüther. Sie ist mit 368 Seiten am 28.10 2014 im Briefgestöber-Verlag erschienen. Eine zweite Anthologie ist schon in Produktion.
 

Inhalt:

Die Geschichten dieses Bandes streifen die Grenzbereiche des Horrors und der Dark Fantasy. Sie reichen von brutal blutig, über skurril zynisch bis subtil grausam. Manches, was Ihnen alltäglich erscheint, werden Sie nach dem Lesen vermutlich mit anderen Augen sehen.§§Thomas Finn, Lena Falkenhagen, Markus Heitz, Hanka Jobke, Boris Koch, Sonja Rüther und Vincent Voss beweisen, dass der wahre Schrecken nur einen Steinwurf von der Normalität entfernt darauf lauert, über uns alle hereinzubrechen.
(Klappentext)
 

Cover:

Das Cover gefällt mir für diese Horroranthologie total gut. Sie zeigt eine blutige Hand mit einer weißen Feder und erzeugt schon vor dem Lesen eine gruselige Grundstimmung. Ich finde es auch gelungen, dass die zweite Anthologie auch in dieser Art gestaltet wurde.
 

Meine Meinung:

Schon eine längere Zeit schleiche ich um dieses Buch herum und habe es nun endlich gelesen.
Horrorgeschichten gefallen mir eigentlich recht gut und sie bilden eine gute Alternative zu normalen Büchern, gerade wenn man eine stressige Zeit hat.

Von den Autoren war mir noch gar keiner bekannt, oder eher gesagt, ich habe noch keine Geschichte von einem der Autoren gelesen. Ich werde die Kurzgeschichten einzeln kurz bewerten um auch nicht zu viel zu verraten.

Ich bewerte die Kurzgeschichten mit Sternen. Von ★=lesenswert bis ★★★=sehr gut. Ich werde nun im einzelnen in der Reihenfolge auf die Kurzgeschichten eingehen.

Hanna Jobke - Der Rummel:
Eine sehr kurze Kurzgeschichte, die ich als lesenswert empfand mit einem kleinen Schocker dazu. Eine dreiviertel Seite finde ich aber doch ein wenig zu kurz.★

Boris Koch - Keine sieben Tage:
Die Geschichte handelt von einem Jungen, der rätselhaften Gesang einer Fee hört, die immer sing, wenn innerhalb von 7 Tagen jemand stirbt. Gut geschrieben, haute mich jedoch nicht vom Hocker. ★

Sonja Rüther - O Tannenbaum:
Ich war sehr gespannt auf die Kurzgeschichte, da diese von der Herausgeberin selbst geschrieben wurde. Sie konnte ich mich definitiv überzeugen und barg den ein oder anderen Gruseleffekt. Gruselig, wie ein Tannenbaum zum Horrorobjekt wird.. ★★

Markus Heitz - Exemplum:
Von dem Autor habe ich schon viel gehört und er konnte mich gleich mit seiner Geschichte überzeugen. Es geht um einen alten Mann im Seniorenheim, der sich gar nicht mehr aus einem dunklen Schrank heraus traut, da scheinbar im Zimmer irgendwas lauert, was auch bald den Sohn bedroht. Horror-Fantasy  ★★

Lena Falkenhagen - Alles ganz normal:
Wie der Titel schon verrät, ist definitiv etwas nicht normal. Eine für mich ziemlich gelungene Horrorgeschichte. Es geht um eine schwangere Frau... Nunja, ich möchte nicht zu viel verraten, aber es ist teilweise ziemlich grausam. Das Ende birgt einen Schocker, den ich aber leider schon in verschiedenen anderen Büchern gelesen habe. Es war somit nichts neues. ★

Thomas Finn - Bittere Wahrheit:
Eine Geschichte, die von einem Versager handelt. Total interessant geschrieben, zog die Geschichte mich in seinen Bann. Fand ich ziemlich gut, man beendet die Geschichte mit einem kleinen Schmunzler. ★★

Hanka Jobke - Menschliches Versagen:
Eine Aneinanderreihung von erfundenen gruseligen Horror-Zeitungsartikeln. Finde ich gelungen, wurde mir aber zu viel. Leider nicht zusammenhängend, wie man es sonst von einer Geschichte kennt.★

Vincent Voss - Farben des Frühlings:
Von dem Autor habe ich schon ein wenig gehört, habe mich aber nie herangetraut. Ein Fehler, wie sich herausstellte.
Ein Rapsfeld, das surrt und in dem der Horror lauert.
Ich finde den Schreibstil des Autors sehr gut und werde definitiv mal ein Buch von ihm lesen. Konnte mich sehr überzeugen. ★★★

Vincent Voss - Destruenten:
Eine ziemlich unheimliche Geschichte, die damit anfängt, dass ein kleines Mädchen bei der U-Bahn-Fahrt im Tunnel einen Jungen sieht.. Hat sie sich nur verguckt... oder lauert da das Böse?★★

,,'Es hat Zähne', hörte er Gero wispern. [...] ,,Ganz tief unten, da hat es Zähne ..."

Markus Heitz - Fräulein Angstfrei:
Mit dieser Geschichte konnte mich der Autor vollends überzeugen. Sie handelt von der furchtlosen Asa, die in einer Geisterbahn arbeitet und ausversehen zwei Mitarbeiter erschlägt ... Damit beginnt ein Horror-Roadmovie, denn sie flüchtet und trifft auf weitere gefährliche Personen... Driftet ins Fantasy-Genre ab, gefällt mir aber sehr, sehr gut. ★★★

Sonja Rüther - Walpurgia
Diese Kurzgeschichte bildet den gelungenen Abschluss der Horroranthologie. Eine Geschichte über eine Frau, die Bekanntschaft mit einer Spinne macht... Hat den ein oder anderen Gruseleffekt in sich. ★★

Fazit:
Wow, eine tolle Horror-Anthologie. Sonja Rüther beweist mit der Zusammenstellung, dass es nicht nur gute Horrorautoren in Amerika gibt! Jede einzelne lesenswert. Viel gefehlt zu den 5 Sternen hat es definitiv nicht.
Besonders gefallen haben mir die Geschichten von Vincent Voss, Sonja Rüther und Markus Heitz.  Ich sehe Kurzgeschichten als Appetithäppchen und besonders bei den drei Autoren habe ich nach dem Lesen noch Hunger. :-)
Das Beste ist, der zweite Band erscheint schon bald!