Rezension

Undercover im Dirndl

Der halbe Russ - Isolde Peter

Der halbe Russ
von Isolde Peter

Bewertet mit 3 Sternen

Als ein russischer Straßenmusiker tot aufgefunden wird, gehen die Ermittler schnell von einem Raubmord aus. Doch irgendwas passt an der Geschichte vorne und hinten nicht. Just verstirbt ein weiterer russischer Straßenmusiker. Auch hier scheint der Täter schnell gefunden, ein Zusammenhang allerdings wird ausgeschlossen. Daisy Dollinger, die selbst nicht so recht an einen Zufall glaubt, wird mehr oder minder inoffiziell gebeten sich einmal unauffällig in der Szene umzuhören. So kommt die Sekretärin der Münchner Staatsanwaltschaft an ihren ersten Undercover-Einsatz, der weit mehr Überraschungen bereit hält, als dem ein oder anderen lieb ist…

Dass innerhalb einer Ermittlung nicht unbedingt alles geradlinig vonstatten geht, ist durchaus nachvollziehbar, doch hier scheint nahezu jeder zu machen was er will. Der Fokus liegt in diesem Fall natürlich nicht auf dem Vorgehen der hiesigen Polizei, nichtsdestotrotz stellt sich die Frage nach organisatorischer Struktur ein ums andere Mal. Gerade im Beruf der Hauptfigur ist ein planvolles Vorgehen unumgänglich, was sie zumindest dienstlich auch beherrscht. Außerhalb der regulären Wirkungsstätte allerdings scheint sich einiges davon zu verlieren.

Somit ist es für den Leser zunächst schwierig überhaupt einen Zugang zum Geschehen zu finden. Immer wieder stellt sich die Frage, ob man auf den Arm genommen werden soll oder es sich um rein humoristische Elemente handelt, die ein wenig übers Ziel hinausschießen. Die Grundidee wie auch der gewünscht Mix aus Spaß und Spannung ist an sich gut, aber entweder leider nicht komplett zu Ende gedacht oder schlichtweg an der Umsetzung gescheitert.

Zwar hat die Erzählung einen gewissen Unterhaltungswert, sollte aber nicht unbedingt mit der Erwartungshaltung an einen Krimi gelesen werden. Dafür mangelt es leider zunehmend an Spannung und Überraschungsmomenten. Besser unvoreingenommen an die Lektüre herangehen.