Rezension

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Ungewöhnliche Liebesgeschichte mit enttäuschendem Ende

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt 01.
von Nicola Yoon

Bewertet mit 3 Sternen

Stell dir vor du hättest einen seltenen Immundefekt und müsstest dein ganzes Leben Zuhause verbringen – abgeschnitten vom wahren, aber, für dich, gefährlichen Leben. Unvorstellbar? Für Madeline ist das Realität. Seit der Diagnose hat sie das Haus nicht mehr verlassen. Ein Tag gleicht dem anderen. Ihr Leben kommt nicht vorwärts. Doch dann zieht Olly nebenan ein und Madeline ist vom ersten Moment an von dem Jungen mit den Wuschelhaaren fasziniert. Sie weiß zum ersten Mal ganz genau was sie will! Und sie scheut nicht davor, dafür zu kämpfen...

Ich hatte mich irrsinnig gefreut, als ich das Buch unter dem Weihnachtsbaum liegen sah. Ich war sooooo enorm gespannt wie mir die, von allen Seiten hochgelobte, Geschichte über Maddy und ihre Krankheit gefallen würde. Im Endeffekt schade, wenn die hohen Erwartungen leider nicht ganz mithalten können...Versteht mich nicht falsch. Die Geschichte ist süß, keine Frage, aber mir hat noch das gewisse Etwas gefehlt. Der Funke ist bei mir einfach nicht wirklich übergesprungen. 

Das liegt aber auf keinen Fall an Madeline oder Olly!Vor allem Olly hat mich voll von sich überzeugt! Er ist für mich der Held dieser Geschichte! Eigentlich ist er so ein typischer Charmebolzen... Man kann ihn NICHT nicht mögen ^^ Er hat eine perfekte Mischung aus Charme, Witz, Charakter und Liebenswürdigkeit, dass man ihn einfach nur ins Herz schließen MUSS! Hach Ich kann Maddy echt verstehen, dass sie sich so Hals über Kopf in Olly verliebt hat. Er ist echt ein Traumtyp. Wie toll er immer wieder mit ihr umgegangen ist: Er hat sie nicht als Kranke gesehen, wie so manch anderer mit mitleidigem Blick, sondern eben so wie sie ist; als ein normales, kluges und hübsches junges Mädchen :) Und selbst als alles unmöglich schien, hat Olly die Hoffnung nicht aufgegeben. Ganz ehrlich: Ich bin verliebt! :D Madeline schien von Anfang an eine clevere und interessante Person zu sein. Im Großen und Ganzen mochte ich sie ganz gerne. Sie ist eben das allseits bekannte nette Mädchen von nebenan. Sie ist lieb und nett und man schließt sie schnell ins Herz. Schon ab der ersten Seite merkt man deutlich was für ein liebevoller Mensch Maddy ist; für die Menschen in ihrem Umfeld, ihre Mom und Carla, würde sie durchs Feuer gehen. Es war wirklich schön zu sehen, dass Madeline trotz ihrer schlimmen Krankheit noch Sachen findet, die ihr Spaß machen und ihrem sonst sehr monotonen Leben einen Sinn geben. Umso mehr fasziniert sie wohl auch Olly. Er ist das komplette Gegenteil ihres ruhigen Lebens: Er bringt den nötigen Pepp hinein. Mit viel Witz und einer gehörigen Portion Mut, der im Laufe der Geschichte eindeutig auf Maddy abfärbt. Ich fand es toll zu sehen wie sie sich, durch Olly, langsam aber sicher aus ihrem Schneckenhaus raus traut. Er lässt sie ganz neue Seiten an sich entdecken, und bringt das Beste an ihr zum Vorschein. Durch ihn fühlte sie sich das erste Mal in ihrem Leben so richtig lebendig, und genau DAS war so schön an ihrer Beziehung! Maddy und Olly ergänzen sich super, sie bringt Ruhe in sein, und er Action in ihr Leben. Total knuffelig war auch ihre anfänglichen unbeholfenen Treffen. Zarte Berührungen, zögerliche Annäherungsversuche, ihr erster Kuss.. Das alles wirkte so herrlich normal und „aus dem Leben gegriffen“. Einfach ein zuckersüßes Paar, die beiden! 

Anfänglich mochte ich auch Carla sehr gerne. Sie war eine so tolle Freundin für Maddy, manchmal vielleicht auch mehr als das. Sie spendete ihr in schwierigen Zeiten Trost und versuchte ihr bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ich mochte ihre patente Art sehr gerne ;) Allerdings hätte ich ihr eins nicht so schnell verzeihen können, so wie Maddy es getan hat: Carla wusste mehr, und hat dies vor Madeline verheimlicht. Etwas, was man seiner Freundin (wie Carla es für Madeline ist), finde ich, nicht antut. Bleibt noch Maddys Mutter. Was soll ich sagen ohne zu viel zu verraten? Vorerst war sie für mich eine leicht überbesorgte aber trotzdem liebevolle Mutter, mit dem Herz am richtigen Fleck, und nachher.. tat sie mir ehrlich gesagt nur noch leid. Um aber nicht zu viel zu verraten, führe ich das besser nicht weiter aus ;) 

Die Geschichte zieht sich anfänglich etwas. Es braucht um in Fahrt zu kommen; bis Olly ankommt, und Maddy ihren „langweiligen“ Alltagstrott hinter sich gelassen hat. Ab Ollys Erscheinen ist Spaß und Spannung aber vorprogrammiert. Besonders ihre Chats habe ich immer wieder gerne gelesen, da sie für viele Lacher sorgten. Ein riesiger dicker fetter Minus Punkt ist für mich aber (Spoiler Anfang) die Reise nach Hawaii. Da habe ich mich nur gefragt: WAAAS?! Einerseits fand ich den Trip hirnrissig, unüberlegt und absolut dämlich, andererseits konnte ich Maddys Wunsch nach Freiheit natürlich nur allzu gut nachvollziehen. Allerdings ist sie ein ziemlich großes Risiko eingegangen und mal ehrlich? Tot nützt ihr ihre neu gewonnene Freiheit auch nichts mehr. Zumal sie und Olly sich doch gerade erst gefunden hatten! Mich hat dieser plötzliche Tatendrang einfach irritiert, da sie vorher auch nie ihre Situation hinterfragt hatte oder etwas ändern wollte. Mir ist schon klar, dass Olly der ausschlaggebende Punkt für diese Reise war, aber ich hab mich mehrfach gefragt, ob ich in dieser Situation genauso handeln würde. Würde ich mein Leben aufs Spiel setzten, nur um einmal (!) ein kurzes Abenteuer zu erleben? Mich hat dieser Punkt einfach enorm gestört und hat der ganzen Geschichte (für meinen Geschmack) nicht sonderlich gut getan. Obwohl der Trip an sich und ihr Näherkommen natürlich süß war! Eine weitere Sache die mich gestört hat: Die Auflösung und das damit verbundene Friede-Freude-Eierkuchen-Ende! Ich dachte nur: DAS soll es jetzt gewesen sein? Die Mutter hat einen an der Klatsche und Maddy ist wieder gesund? Ich fand es total unspektakulär wenn man es mal in Relation mit dem da vorigen Verlauf der Geschichte setzt. Ich hab mir (Jaja, Asche auf mein Haupt) ehrlich gesagt ein weitaus dramatischeres und traurigeres Ende „erhofft“, dass mir vielleicht noch die ein oder andere Träne entlocken würde. Aber ich blieb unbefriedigt und mit viel zu vielen offenen Fragen zurück: Was ist mit Maddy? Bleibt sie wirklich gesund? Was passiert mit der Mutter? Was wird aus Madelines Zukunft? Und woher verdammt wusste sie eigentlich, dass Olly in New York ist? :D Letzteres hat mich echt verwirrt :D (Spoiler Ende).

Noch was Positives zum Schluss: Das Cover und die Gestaltung im Buch selbst ist ein wahres Träumchen! Ich war total begeistert von den kleinen Zeichnungen, Illustrationen und Ideen, die in dem Buch auftauchten! Ich wünschte ich wäre so kreativ und künstlerisch begabt :D

Fazit: Konnte mich leider nicht restlos vom Hocker hauen. Das Ende mochte ich (aus besagten Gründen nicht) und die Geschichte hatte hier und da ein paar Stolperstein. Wem das nichts ausmacht, der kann sich über eine süße und ungewöhnliche Liebesgeschichte freuen ;)