Rezension

Vielleicht war ich einfach zu jung für dieses Buch...

Etta and Otto and Russell and James - Emma Hooper

Etta and Otto and Russell and James
von Emma Hooper

Bewertet mit 2 Sternen

MEINUNG
"It's terrible, to just give up. It's horrible (...)" - ganz nach diesem Motto habe ich mich durch das Buch gequält. Wer, obwohl es aufgrund seines Umfangs echt mickrig scheint und sicherlich gleich denkt, dass es eine lockere Lektüre für zwischendurch ist, der hat sich geschnitten. Denn meiner Meinung nach hat sich diese Geschichte, mit der ich absolut nichts anfangen konnte, endlos lange gezogen. Manchmal war ich drauf und dran das Buch einfach abzubrechen - aber so etwas bringe ich einfach nicht über's Herz.

Emma Hooper wechselt zwischen drei Erzählern - Etta, Otto und Russell - und den Zeitformen. Teilweise war es echt ziemlich unübersichtlich und man konnte aus dem Kontext heraus nicht so schnell erfassen, was für eine Geschichte von welchem Charakter nun erzählt wurde. Den Dreh zwischen dem Hin- und Herspringen der Figuren und der Vergangenheit oder der Gegenwart hatte ich dann zwar ziemlich schnell raus, aber auf längere Sicht war mir das nicht mehr symphatisch, da ich einfach nicht in die Geschichte hineingekommen bin. Der ganze Verlauf der Story hat durcheinander und unordentlich gewirkt. Es hat sich angefühlt, als hätte ich immer nur Bruchstücke zu lesen bekommen, deren Lücken ich dann selbstständig füllen musste. Deshalb ist das Buch für mich keine fließende und fortlaufende Geschichte gewesen. Keine Geschichte, die ich genießen konnte.

Doch dazu muss ich auch sagen, dass mich der Inhalt dieses Buches dann nach den ersten Seiten schon gar nicht mehr interessiert hat. Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Dass es vielleicht einfach zu langweilig war oder dass die Charaktere fünfmal so alt waren wie ich und ich mich nicht mit ihnen und ihren Handlungen identifizieren konnte.

Die Charaktere waren, wie oben schon erwähnt, etwas älter. Über 80 Jahre alt. Etta war zwar wirklich liebenswert und symphatisch, aber über ihr Inneres und sie selbst habe ich leider viel zu wenig gelesen. Da konnte ich in ihren Ehemann Otto schon tiefer hineinblicken. Man hat gemerkt, wie sehr es ihn bedrückte, dass Etta nicht mehr da war, aber man hat auch gemerkt, dass er versucht hatte, sich keine Sorgen zu machen und ihr so viel Freiraum wie möglich zu geben. Emma Hooper hat keine ausdrucksstarken und einzigartigen Figuren erschaffen. Sie waren eher unauffällig.

Ein Pluspunkt ist allerdings, dass das Englisch von Emma Hooper ziemlich einfach zu lesen war. Kurze Sätze, einfaches Schulenglisch, für jemanden, der ins fremdsprachige Lesen einsteigen will also genau das Richtige. Etwas verwirren kann einen dann aber doch, dass es keine Anführungs- und Ausführungszeichen für die wörtliche Rede gibt. Jemand fängt einfach an zu sprechen und anfangs weiß man noch nicht so richtig, wann derjenige wieder aufhört und wann ein Nächster beginnt. Glücklicherweise konnte ich im Laufe des Romans hinter dieses System steigen, sodass es mich zum Ende hin dann nicht mehr allzu sehr störte.

Die Autorin hat zwei besondere Themen zum Ausdruck gebracht, die sie trotz allem auch sehr gut umsetzen konnte. Sie stellte den Krieg dem einfachen Leben auf dem Land gegenüber. Das Leben in der ruhigen Idylle eines kleinen Dorfes - jeden Tag ist man mit seiner Familie und mit Freunden zusammen, braucht sich keine Gedanken um Morgen zu machen, wenn jeder sowieso einen geregelten Tagesablauf besitzt. Im starken Kontrast dazu hat Hooper den Krieg gebracht, in dem man nicht einmal weiß, wo es morgen hingeht, wann man nach Hause darf oder ob man morgen nicht schon längst tot sein könnte. Durch die Gegensätze konnte die Autorin dem Buch etwas geben, worüber man vielleicht noch etwas länger nachdenken kann.

 

FAZIT
Obwohl das Englisch ein sehr Leichtes war, kann ich dieses Buch einem Fremdsprachen- Leseanfänger nicht empfehlen. Wen die Story interessiert - gut, aber mein Fall war es absolut nicht. Die Charaktere sind nichts Besonderes, der Verlauf war durcheinander und ungeordnet, einzig allein die schlaue Verknüpfung von zwei starken Gegensätzen konnte dem Roman meiner Meinung nach etwas Leben einhauchen. Vielleicht habe ich die Message, die die Autorin in dieses Buch geschrieben hat, nicht richtig verstanden. Vielleicht war ich aber auch einfach noch zu jung für diese Geschichte.