Rezension

Vom Sprung ins Leben

Der Sprung
von Simone Lappert

Bewertet mit 4 Sternen

Wie verändert sich der Lauf der Welt oder die Lebensgeschichte eines Menschen, wenn er Zeuge eines vermeintlichen Suizidversuchs wird?

 

Dieser Frage widmet sich Simone Lappert in „Der Sprung“. Dabei stellt die Autorin weniger die Person in den Mittelpunkt, die springt, sondern jene, die mittel- oder unmittelbar davon betroffen sind bzw. (Achtung – jetzt wird´s zynisch) davon profitieren.

 

Es sind Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft (vom pummeligen, Comic-Strips zeichnenden Teenager über einen Fahrradkurierfahrer, der von einer großen Radtour um die Welt träumt bis hin zum philosophische Fragen verkaufenden Obdachlosen) – jede*r hat sein (mal größeres, mal kleineres) Päckchen zu tragen.

 

Das ist alles nicht neu, manchmal auch vor Klischee und Kitsch triefend und Gevatter Zufall hat auch den ein oder anderen Auftritt zu viel. Aber hey, ist das nicht genau das Leben, dass wir alle führen (wollen)? Oder anders gesagt: wollen wir nicht an das Gute, an das Unwahrscheinliche glauben und uns daran entlang hangeln? Wer kann schon vorausahnen, was vermeintlich unwichtige Ereignisse auslösen können und so unser Leben nachhaltig beeinflussen?

 

Simone Lappert schreibt unaufgeregt von den kleinen (großen) Dingen, die großes (kleines) bewirken können – ein mit philosophischen Fragen unterlegtes Kammerspiel, dass mich gut unterhalten hat. 4*