Rezension

Wahn der blind macht

Ein wenig Glaube - Nickolas Butler

Ein wenig Glaube
von Nickolas Butler

Bewertet mit 4 Sternen

Wahn der blind macht

Als die Adoptivtochter Shiloh mit ihrem 5 jährigem Sohn Isaac wieder zu Lyle und Peg Hovde in das ländliche Wisconsin zurückkehrt, scheint die Idyle erstmal komplett. Das Paar ist glücklich den kleinen Jungen um sich zu haben und unterstützen Shiloh gern. Doch das Glück hält nicht lange an, denn Shiloh schließt sich einer Glaubensgemeinschaft an. Zuerst versucht das Ehepaar sehr verständnisvoll an die Sache heranzugehen. Shiloh war früher schwierig, hat sich ablehnend verhalten. Lyle möchte das Verhältnis nicht strapazieren, geht es doch um den Enkel. Doch die Dinge spitzen sich zu als der Junge krank wird. Lyle wird quasi von Shiloh und Steven aus der Gemeinschaft verantwortlich gemacht durch seinen Unglauben das Kind krank gemacht zu haben. Als sich der Zustand verschlechtert müssen die Großeltern einen schwerwiegenden Schritt wagen, auch wenn dies bedeutet, dass ihre Adoptivtochter sich komplett abwenden wird.

Der Roman "Ein wenig Glaube" von Nickolas Butler hat mich sehr ergriffen. Man hat schon häufiger mitbekommen wie fanatisch Menschen sein können. Sie sind blind für Argumente, wie hier Shiloh, die sich überzeugen lässt, dass ihr Sohn der Heiler ist. Das allein wäre ja noch vertretbar, aber wenn es tatsächlich um das gesundheitliche Wohl eines Kindes geht, hört der Spaß auf. Der Autor hat den Zwiespalt und die Sorge des Ehepaars sehr gut festgehalten, ein sehr ergreifender Roman des Autors. 
Absolut zu empfehlen!