Rezension

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Calendar Girl 01 - Verführt - Audrey Carlan

Calendar Girl 01 - Verführt
von Audrey Carlan

Es liest sich wie die schmutzigen Gedanken einer Autorin mit keinem Sexleben, die ihre Phantasien phantasielos aufschreibt.

Bevor ich mit der Lektüre zu „Calendar Girl - Verführt“ begann, war mir schon klar, dass ich damit kein Stück klassischer Weltliteratur in den Händen hielt. Dennoch hatte ich mich auf eine leichte Lektüre gefreut, da die Geschichte vielversprechend Klang und ich auch mehrfach von dem neuen „Fifty Shades of Grey“ nur mit einer besseren Geschichte gehört hatte. Denn mit einer derartigen Aneinanderreihung von Klischees konnte man ja wirklich nicht rechnen.

Aber zuerst zur Handlung. Ein Mädchen, Mia, anfang 20 wird durch die Spielschulden ihres Trinkervaters dazu gebracht einen Job in der Escort-Firma ihrer Tante anzunehmen. Dabei wird darauf verwiesen, dass sie durch die Buchung ihrer Dienste nicht zu Sex verpflichtet ist, allerdings wenn sie es tut dafür einen Aufschlag bekommt. Die Autorin tut zwar so, als wäre die Protagonistin damit völlig frei in ihrer Entscheidung, aber ganz glaubhaft ist das nicht. Aber wie durch ein Wunder wird Mia nur von echt gutaussehenden, jungen, knackigen und netten Männern gebucht. Und als wären das nicht schon genug Klischees: Der erste Kunde und Mia verlieben sich ineinander. Der zweite Kunde ist ein Künstler, durch welchen Mia ihrer persönliche Katharsis erlebt. Der dritte Kunde ist schwul, schafft es sich durch Mia zu outen. Mehr gibt es nicht, was man zur Handlung wissen muss oder zu erzählen gäbe.

Die Autorin versucht krampfhaft Mia nicht als verzweifelte, junge Frau mit Geldsorgen darzustellen, sondern als wäre der Job als Escort-Dame der Beste der Welt. Sie findet neue Freunde und wird grade zu glücklich, da Kunde Nr. 1 wartet bis sie ihre Schulden abbezahlt hat. Denn Mia möchte sich die Schulden nicht bezahlen lassen, um mit dem Kunden Nr.1 zusammen zu leben. Sie entscheidet sich das selbst zu regeln und in die Hand zu nehmen. Klingt vielleicht im ersten Moment nach eine positive Form von Emanzipation, da sie ihr Leben selbst regeln möchte. Aber das als Escort-Dame? Irgendwie scheint die Autorin eine seltsame Vorstellung von Unabhängigkeit zu haben. Vielmehr ist dies ein Abbild der berühmten bindungsunfähigen „Generation Y“. Ganz nach dem Motto: „Erst Mal noch elf weitere Männer durchprobieren bis ich mich auf den einen festlegen kann.“

Auch stilistisch hat der Roman nicht viel zu bieten. Klar es geht um Sex. Aber manchmal wären weniger Sexszenen gut gewesen, da sich dadurch eine ständige Redundanz der gleichen verbrauchten Sexmetaphern zu vermeiden gewesen wäre. 

Abschließend kann ich sagen, dass ich das Buch nicht weiterempfehlen kann. Es liest sich wie die schmutzigen Gedanken einer Autorin mit keinem Sexleben, die ihre Phantasien phantasielos aufschreibt. Eine sehr vorhersehbare Handlung, Phrasen über Phrasen, die sich aneinanderreihen und die immer gleichen Beschreibungen für alles. Doch nach wie vor gilt: "Sex sells". Durch diese Lektüre weiß ich wieder, warum ich Bücher, um die heutzutage ein Hype entsteht, normalerweise meide. 

Kommentare

e-möbe kommentierte am 19. August 2016 um 10:50

Gute Rezension. Endlich mal jemand, der bei dem Buch auch nicht austickt.

graefinrockula kommentierte am 19. August 2016 um 11:22

Ich habe mir jetzt auch andere Rezensionen angesehen und frage mich, ob die das selbe Buch gelesen haben wie ich.