Rezension

Wenn die Heldin dich zum Fressen gern hat

Z Burbia - Jake Bible

Z Burbia
von Jake Bible

Zombies, Kannibalen, verrückte Menschen und dazu ein wundervoll trockener Humor. Was will man mehr?

Um was geht es? Jace lebt mit seiner Familie in Whispering Pines, einem beschaulichen amerikanischen Vorort, wie man ihn aus diversen US-Serien kennt. Auch nach dem Ausbruch der Zombie Apokalypse geht das Leben hier seinen Gang, nicht zuletzt wegen der strengen Befolgung der von der HOA (Hauseigentümervereinigung oder engl House owners association) aufgestellten Regeln. Man lässt keinen hinein, der nicht dazugehört und die Leitung der HOA hat ein strenges Auge auf die Einhaltung der Regeln, doch man hat sich damit arrangiert. Bis, nun ja, bis Probleme auftauchen.  Zombies, Kannibalen, Gangs und Menschen, denen die Macht zu Kopf steigt… hier wird einem wirklich alles geboten.

 

Mich hat Z burbia absolut fasziniert und gefesselt. Der Schreibstil ist locker, flockig, gespickt von Ironie und Sarkasmus und die Charaktere sowie die Umgebung so gut entworfen, dass ich sofort einen Film vor meinem inneren Auge habe ablaufen sehen. Jace wurde mein Freund, der sich auch quasi mit mir unterhalten hat. Gerade die Beschreibung der Charaktere und ihrer Eigenarten ist in diesem Buch wirklich herausragend gut gelungen. Es gibt Momente, da stürzen eine Vielzahl neuer Namen auf den Leser ein und ich muss gestehen, ich konnte mir nicht alle immer merken, aber dennoch hatte ich zu jedem Einzelnen sofort ein Bild und eine Meinung. Mein Highlight war Elsbeth, ihres Zeichens Kannibalin und ungeschliffener Rohdiamant, wenn man es vorsichtig ausdrücken will. Elsbeth bietet alles, was ein Leserherz begehrt. Sie hat einen guten Kern, so das man sie gern haben muss, sie kann kämpfen, was das Herz meines Mannes garantiert zum schlagen bringen wird und sie hat ein recht loses Mundwerk. Und da sie Kannibalin und kein Zombie ist, meine ich das metaphorisch. Nahezu jeder ihrer Sätze hat mich zum Schmunzeln oder auch laut lachen verleitet. Gerne würde ich einige Beispiele nennen, doch die Sätze, die mir einfallen, sind nicht ganz jugendfrei. Aber nicht nur Elsbeth hat eine locker sitzende Zunge, auch Jace’s Frau habe ich fest in mein Herz geschlossen.

 

Wie jeder Zombieroman, so geizt auch dieser nicht mit Blut, Gewalt und Tod. Allerdings ist alles von diesem herrlichen Humor überlagert und so dominiert das Gefühl, lautes Lachen zu unterdrücken definitiv das Gefühl des Würgreizes. Endlich ein Zombieroman, bei dem der psychologische Aspekt nicht zu kurz kommt. Wer also auf detaillierte Splatterszenen verzichten kann und lieber eine wirklich gut durchdachte, witzige, spannende Story lesen möchte, der kann hier getrost zuschlagen. Ich war begeistert und freue mich auf Teil 2