Rezension

Zuckersüße Geschichte gewürzt mit einer Prise Drama

Muffins und Marzipan. Vom großen Glück auf den zweiten Blick - Marta Martin, Stefanie Gerstenberger

Muffins und Marzipan - Vom großen Glück auf den zweiten Blick
von Marta Martin Stefanie Gerstenberger

Bewertet mit 4.5 Sternen

Klappentext:

Ella will das große Glück. Da passiert es: Sie wird für eine Hauptrolle bei einem Kinofilm gecastet! Dabei bekommt sie Unterstützung von unerwarteter Seite. Familienhund Ewan spricht plötzlich mit ihr! Er hilft Ella mit trockenen Kommentaren durch den Alltag am Set und bewahrt sie vor peinlichen Szenen mit Jeremy, in den sie sich verliebt hat. Doch was beim Dreh gelingt, führt noch lange nicht zum Happy End. Denn seit ihr Vater gestorben ist, wünscht sich Ella nichts sehnlicher, als mit ihrer Mutter wieder eine Familie zu sein. Dazu muss sie erst das Rätsel um den Tod ihres Vaters lösen und ihre Mutter dazu bringen, nicht mehr an ihrer Tochter vorbei zu sehen - damit Ella endlich die Hauptrolle in ihrem eigenen Leben spielt.

 

Meine Meinung:

Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass man den Vorgänger-Band nicht unbedingt gelesen haben muss, um ohne Probleme in „Muffins und Marzipan“ eintauchen zu können. Allerdings habe ich mich immer wieder darüber gefreut an Szenen aus dem ersten Band „Zucker und Zimt“ erinnert zu werden. Da mir bereits der erste Band gut gefallen hat, kann ich euch nur empfehlen, diesen zuerst zu lesen.

In dem Buch werden zwei verschiedene Themenstränge behandelt, die stimmig miteinander verwoben wurden. Einerseits geht es um Ella, die mitten in der Pubertät steckt, mit den typischen Schwierigkeiten eines Teenagers zu kämpfen hat und die man bei den Dreharbeiten begleitet. Andererseits wurde die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung thematisiert, die sich nach dem Tod von Ellas Vater eingeschlichen hat. So hat diese lockere Jugendgeschichte, in der es um Freundschaft und die erste Liebe geht, auch eine tiefgründige und emotionale Seite bekommen.

Ella ist eine sehr spezielle Protagonistin. Die 15-jährige ist schüchtern, verletzlich und sogar leicht neurotisch. Doch sie ist zudem liebenswert, hilfsbereit, strebsam und hat das Herz am rechten Fleck. Zu Beginn war ich mir noch nicht sicher, ob ich Ella mögen würde oder nicht, da sie sich einfach selbst sehr klein gemacht und nicht an sich geglaubt hat. Doch mit der Unterstützung des sprechenden Ewan und allgemein im Verlauf der Geschichte wird sie reifer und wächst über sich selbst hinaus und wurde mir so auch um einiges sympathischer.

Ewan ist ein ganz großes Highlight des Buches. Seine trockenen Kommentare, bei denen er Ella häufig den Spiegel vorhält und sie auf ihre Fehler aufmerksam macht, haben mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht und zudem alles noch weiter aufgelockert.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig, einfach gehalten aber dennoch detailliert. Insgesamt wird das Setting toll beschrieben und ich habe besonders die Szenen am Set sehr genossen. Man konnte richtig in das Filmset eintauchen und hatte den Eindruck, selbst dabei zu sein.

Die Nebencharaktere wurden nach und nach eingeführt, so dass man hier keine Schwierigkeiten hatte bei den zahlreichen Figuren den Überblick zu verlieren. Die Nebenfiguren waren zudem alle sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet, so dass jede Figur genug Raum bekommen hat ohne die Haupthandlung zu überlagern.

 

Fazit:

Für diese vielseitige Geschichte gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung. Neben der anhand des Covers zu erwartenden zuckersüßen Teenie-Geschichte, bekommt man hier auch eine Prise Familiendrama und eine große Portion Gefühl.