Rezension

Zurück in die Vergangenheit.... Zukunft ...Parallelwelt ?

Das Herz der Zeit: Die unsichtbare Stadt - Monika Peetz

Das Herz der Zeit: Die unsichtbare Stadt
von Monika Peetz

Bewertet mit 3.5 Sternen

Die fünfzehnjährige Lena, ihres Zeichens Tagträumerin und Unglücksrabe, lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante und ihren zwei Cousinen, die ihr fast täglich den letzten Nerv rauben. Inmitten ihres alltäglichen Chaos aus Familienstreits, schulischen Problemen und erster Verliebtheit (die mit einem übertriebenen Schluckauf einhergeht, sobald sie in die Nähe ihres Schwarms kommt) entdeckt sie in den Erbstücken ihrer Mutter eine merkwürdige Uhr, die anstatt der Zeit, eine scheinbar beliebige Zeilenreihenfolge anzeigt und auf deren Oberfläche ihr Name eingraviert wurde. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Bobbie versucht Lena hinter das Geheimnis der Uhr zu kommen. Bei ihrer Suche nach der Wahrheit bemerkt Lena immer wieder einen geheimnisvollen Jungen, der sie zu beobachten scheint. 

In den Grundzügen erinnerte mich die Geschichte um Lena und die mysteriöse Uhr an die ‚Rubinrot‘-Reihe von Kerstin Gier, was auch der Grund war, wieso ich zu ‚Das Herz der Zeit‘ gegriffen habe. Der Einstieg war auch vielversprechend. Die Charaktere waren interessant und die Ausgangssituation bot viel Raum zur Entfaltung und für fantastische Wendungen. Leider plätscherte die Geschichte nach dem ersten Drittel nur noch vor sich hin. Die Handlung wirkte künstlich gestreckt durch Perspektivwechsel von Lena zu ihrer besten Freundin Bobbie, deren Wege sich zeitweise trennen. So kam weder Spannung in Lenas Handlungsstrang auf, da dieser immer wieder unterbrochen wurde, noch in Bobbies Kapiteln, da die Informationen, welche man dadurch erhielt, nicht wirklich zum Fortschreiten der Geschichte beitrugen. Letzteres war nur halb so schlimm, da Bobbie mir sogar sympathischer war als die Protagonistin Lena. 
Und obwohl sich einige Stellen arg zogen und schon fast ‚zerschrieben‘ wirkten, wurden zu viele Informationen, die für das Verständnis der Welt und ihrer Charaktere wichtig gewesen wären, nicht verraten. Die meiste Zeit über war ich relativ rat- und planlos zwischen den Seiten unterwegs und fragte mich, wo ich jetzt zeitlich überhaupt stand,  was die unsichtbare Stadt eigentlich ist und wie die Charaktere in der Geschichte einzuordnen sind.

Das ein paar lose Fäden in einem Reihenauftakt bleiben, um die Neugier auf die Fortsetzung zu wecken, ist natürlich normal, aber hier blieb gefühlt fast jedes Geheimnis ungelöst und so fühlte sich das Buch unabgeschlossen und wenig rund an. 

Ich wollte die Geschichte wirklich mögen und teilweise gefiel sie mir trotz der zahlreichen Kritikpunkte auch. Monika Peetz ist in meinen Augen eine fähige Autorin und hat es geschafft, mich über weite Strecken mitzureißen, obwohl mich die Geschichte an sich nicht so abholen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich werde dem zweiten Band daher auf jeden Fall noch eine Chance geben. 

FAZIT 

Mich konnte ‚Das Herz der Zeit – Die unsichtbare Stadt‘ nicht begeistern, was vermutlich auch daran liegt, dass ich altersmäßig außerhalb der Zielgruppe liege. Mit 10-15 Jahren hätte mir die Geschichte um Lena und ihre Freunde sicher besser gefallen. Die Geschichte las sich flüssig, trotzdem hatte ich immer wieder das Gefühl, dass sich die Handlung unglaublich zog und viele wichtige Dinge nicht verraten wurden, besonders was die titelgebende unsichtbare Stadt und die Zeitreisenden anging. Dennoch bin ich gerade deswegen auf die Fortsetzung gespannt und hoffe, dass darin viele der losen Enden verbunden und fehlende Erklärungen nachgereicht werden. 
Eine Geschichte mit viel Potenzial, das aber trotz gutem Schreibstils und interessantem Weltenaufbau nicht ausreichend entfaltet wurde. Mit der Hoffnung auf die folgenden Bände vergebe ich dafür 3,5 Sterne.