Buch

Die Ladenhüterin - Sayaka Murata

Die Ladenhüterin

von Sayaka Murata

Die literarische Sensation aus Japan: Eine Außenseiterin findet als Angestellte eines 24-Stunden-Supermarktes ihre wahre Bestimmung. Beeindruckend leicht und elegant entfaltet Sayaka Murata das Panorama einer Gesellschaft, deren Werte und Normen unverrückbar scheinen. Ein Roman, der weit über die Grenzen Japans hinausweist.
Keiko Furukura ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. Als sie jedoch auf dem Rückweg von der Uni auf einen neu eröffneten Supermarkt stößt, einen sogenannten Konbini, beschließt sie, dort als Aushilfe anzufangen. Man bringt ihr den richtigen Gesichtsausdruck, das richtige Lächeln, die richtige Art zu sprechen bei. Keikos Welt schrumpft endlich auf ein für sie erträgliches Maß zusammen, sie verschmilzt geradezu mit den Gepflogenheiten des Konbini. Doch dann fängt Shiraha dort an, ein zynischer junger Mann, der sich sämtlichen Regeln widersetzt. Keikos mühsam aufgebautes Lebenssystem gerät ins Wanken. Und ehe sie sichs versieht, hat sie ebendiesen Mann in ihrer Badewanne sitzen. Tag und Nacht.

Rezensionen zu diesem Buch

Über die japanische Gleichförmigkeit

Eigentlich ist sie mittlerweile ganz zufrieden mit ihrem Leben: Sie hat ihre tägliche Routine, in ihrem Umfeld wird sie akzeptiert, und sie mag, was sie tut. Für ihre Familie jedoch und die wenigen Bekannten, zu denen sie Kontakt pflegt, stellt die über 30-jährige studierte, ledige Aushilfskraft im 24/7-Supermarkt den Bodensatz der Gesellschaft dar. Sie ist einfach nicht normal!

Keiko ist in der Tat eine Außenseiterin bis zu dem Tag, an dem sie eine Aushilfstätigkeit in einem...

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Was ist normal?

Wie ist das Leben in Japan? Diese kleine Satire führt es uns vor. Es scheint einen standardisierten Lebensplan zu geben. Man sei brav, fleißig und gehorsam, ergreife einen Beruf und gründe eine Familie. Wer davon abweicht, ist kein wertvolles Mitglied der Gesellschaft.

Keiko Furukura ist anders, schon immer. Sie folgt mehr der Vernunft als Emotionen, was sie schon als Kind zur Außenseiterin macht. Die Menschen verstehen sie nicht, sie versteht die Menschen nicht, würde aber viel...

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Japan!

Die Freude ist jedesmal gross wenn ich ein neues Buch von einem japanischen Schriftsteller in den deutschen Vorschauen finde. Die Freude war hier umso grösser als ich erfuhr, dass Ursula Gräfe für die Übersetzung zuständig sei und dass Sayaka Murata den 155. Akutagawa Preis ( einer, wenn nicht DER wichtigste Buchpreis Japans) mit diesen Titel gewonnen hat. Die Geschichte um Keiko, die Probleme mit Gefühlen hat, hilft der Autorin sich pointiert und ironisch an der Gesellschaft auszulassen....

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Gesellschaftskritik jenseits meiner Realität

„Dieses langsame Ersterben der Umgebung gefiel mir.“ (S. 32)

Keiko war schon immer anders, das hatte ihre Familie schon vor der Grundschule bemerkt. In ihrem Umfeld stößt das auf wenig Verständnis: Endlich normal werden soll sie, und sich in die Gesellschaft einfügen. Das ist nur schwierig, wenn einem gesellschaftliche Normen so fremd sind…

Mit Keiko ist die Protagonistin dieses Romans eine Figur, die ich wahnsinnig spannend fand, und eigentlich ist sie der Hauptgrund dafür,...

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Keikos Welt

„...Der Mensch hat die Pflicht, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden, indem er einen Beruf ergreift oder eine Familie gründet. Oder beides...“

 

Keiko Furukawa war schon als Kinder anders. Sie kennt keine Gefühle und kann sich nicht in den Mitmenschen hineinversetzen. Nach den ersten Problemen in der Schule hat sie sich zurückgezogen und ihre Umwelt gemieden. Damit wollte sie ihren Eltern entgegenkommen und Ärger vermeiden, denn deren liebevolle Zuwendung hat sie...

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Die Ladenhüterin

Keiko Furukura ist mit sich und ihrem Leben eigentlich im Reinen. Als Studentin hatte sie bereits in einem Konbini, einem 24-Stunden-Supermarkt, angefangen und auch 18 Jahre später arbeitet sie immer noch dort als Aushilfe. Ihr ganzes Leben richtet sich nach dem Takt des Markes, in ihrer Freizeit ruht sie sich aus, um für ihren Einsatz wieder fit zu sein und unzählige Chefs und neue Mitarbeiter hat sie kommen und gehen sehen, sie selbst wurde zum Gesicht ihres Marktes. Als sie Shiraha...

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Leben als Außenseiter

Keiko Furukura ist anders als andere Menschen, findet sich aber eigentlich ganz normal. Mit Gefühlen hat sie es nicht so und andere Menschen braucht sie eigentlich auch nicht in ihrem Leben. Immer wieder ist sie daher angeeckt. Das war schon immer so. Als sie auf dem Weg von der Uni einen neu eröffneten Konbini sieht, beginnt sie dort als Aushilfe zu arbeiten. Sie wird geschult, so dass sie immer das perfekte Lächeln zeigt, ihr Gesichtsausdruck angemessen ist und ihre Ausdrucksweise stimmt....

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Gesellschaftskritik, die zum Nachdenken anregt

Eine gelungene Gratwanderung zwischen Unterhaltung, Charakterstudie und  Gesellschatskritik.  

"Normalität setzt sich gewaltsam durch"

MEINE MEINUNG 
Die kurzweilige Geschichte um das Leben der Konbini-Angestellten Keiko Furukawa konnte mich gut unterhalten. Sie ließ sich sehr angenehm lesen, ohne große Ausschmückungen oder Beschreibungen. So nüchtern und schnörkellos wie unsere Protagonistin, die seit achtzehn Jahren in einem Supermarkt arbeitet und ihr gesamtes Leben...

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Über das Außenseitertum.

Ein gewisses Maß an Individualität wird in unseren Breiten durchaus honoriert. Nicht so in Japan. Wo der Einzelne sich dem Gesamten unterordnen soll. Und eigentlich kein Platz ist für Außenseiter. Sie sind einfach nicht vorgesehen.

Das merkt auch Keiko Furukura, die an einem angeborenen Empathiemangel leidet. Das heißt, es ist nicht sie, die leidet, sondern ihre Umwelt. Deren Reaktionen wiederum auf Furukuras strikt auf Rationalität ausgerichtetes Denken und Handeln läßt die...

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Anderer Blick auf Japan

Die Ich-Erzählerin Keiko arbeitet seit 18 Jahren in einem Konbini - einem kleinen japanischen Supermarkt. Im Buch wird geschildert, wie sehr dieser Job und auch ihre spezielle Persönlichkeit sie zur Aussenseiterin in der perfektionistischen japanischen Gesellschaft machen. Dabei schafft es die Autorin Sayaka Murata, dass es nie traurig wird, sondern manchmal auch witzige Momente im Text eingeflochten sind. Manches im Buch mag auf den europäischen Leser aber überspitzter wirken, als es...

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Kein Ladenhüter

Was für eine interessante kleine Geschichte! Ich bin gerade besonders vom treffenden Titel, der mit seiner Doppeldeutigkeit und dem leichten Augenzwinkern genau den Ton des Romans trifft, begeistert. Einen so passenden Titel findet man selten.

Die Geschichte dreht sich um die Japanerin Keiko. Schon als Kind macht sie ihren Eltern Sorgen, weil sie die Welt ohne Gefühle, nur mit nüchterner Logik betrachtet. Warum man um dem toten Sittich trauern muss, wenn man doch ohne schlechtes...

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Was ist denn schon normal?

Keiko Furukawa ist für ihre Begriffe eigentlich ganz normal. Sie findet ihr Tun und Handeln schon immer normal. Aber alle Anderen sagen das sie ein wenig „balabala“ ist. Sie versteht das überhaupt nicht. Klar, sie steht nicht so auf diese Gefühlsduselei und auch andere Menschen muss sie nicht haben im Leben, aber sie sind nunmal da. Mittlerweile ist sie 36 Jahre alt und arbeitet seit nunmehr 18 Jahren in einem Konbini, zu Deutsch, einem Supermarkt. Sie lebt ihr leben nach dem Konbini. Steht...

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Distanziert-nüchterner Roman über das Recht aufs Anderssein

"Alle trampelten auf Sonderlingen herum und glaubten, das Recht zu haben, irgendwelche Ursachen aufzudecken." (54)

Was ist normal? Wer bestimmt, was normal ist?

Normal ist Keiko Furukura nach dem üblichen Sprachgebrauch und nach den allgemeinen Ansichten nicht. Schon als Kind fällt sie aus der Rolle und sie scheint ziemlich gefühllos zu sein. Dabei ist sie aber nicht bösartig, sondern verstummt irgendwann, um nicht anzuecken und ihrer Familie keine Sorgen und keine...

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Schräge Lektüre mit einem Witz, dass einem das Lachen im Halse steckenbleibt

Keiko Furakawa ist 36 Jahre, ledig und arbeitet seit 18 Jahren als Aushilfe in einem Konbini, einem Supermarkt. Sie ist intelligent, doch Emotionen sind ihr völlig fremd, das Leben und die Menschen um sie herum verwirren sie, denn sie geht an Alles ausschließlich mit Logik heran (vielleicht ein bisschen wie Mr. Spock ;-)) Schon als Kind ist ihr klar, dass sie anders ist als alle Anderen und sich ihre Eltern große Sorgen um sie machen. So versucht sie nicht aufzufallen und wird ein stilles...

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Sprachlich gut und packend, inhaltlich zu nichtssagend !

Ich blicke Buchtechnisch immer wieder gerne einmal über den sprichwörtlichen Tellerrand hinaus, so wurde ich auch auf "Die Ladenhüterin" aufmerksam.

Nicht nur das asiatisch anmutende Cover, sondern auch der Klappentext sprachen mich direkt an, unter anderem auch deshalb, weil es zwischen mir und Protagonistin Keiko auch vermeintliche Paralellen gab, die sich im Leseverlauf allerdings irgendwann nur noch auf das Alter bezogen.

Keiko Furukura ist 18 Jahre alt und besucht...

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Weitere Infos

Art:
Hardcover
Genre:
Romane und Erzählungen
Sprache:
deutsch
Umfang:
145 Seiten
ISBN:
9783351037031
Erschienen:
April 2018
Verlag:
Aufbau Verlag GmbH
Übersetzer:
Ursula Gräfe
8.23529
Eigene Bewertung: Keine
Durchschnitt: 4.1 (17 Bewertungen)

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