Rezension

konnte mich nicht wirklich in die Geschichte einfühlen

Meeresgrüne Augen (Eisblau 2) - Sandra Bäumler

Meeresgrüne Augen (Eisblau 2)
von Sandra Bäumler

Bewertet mit 3 Sternen

Achtung: Band 2 einer Reihe – inhaltliche Spoiler vorhanden.

Drei Jahre ist es nun her, dass Alex tödlich verunglückt ist. Die inzwischen18-jährige Nele denkt noch oft an ihre große Schwester. Um zu entscheiden, wie ihre berufliche Zukunft aussehen soll, verbringt sie ein Jahr bei ihrer Tante in New York. Und ausgerechnet dort, meilenweit von zuhause entfernt, glaubt sie in den gefüllten Straßen der Großstadt ihre tote Schwester gesehen zu haben. Nele begibt sich auf die Suche und gerät dabei in ungeahnte Gefahr...

Seit „Eisblaue Augen“ ist bereits ein halbes Jahr vergangen und bei der Masse an angefangenen Reihen tue ich mich zugegebenermaßen manchmal schwer, alle Details der verschiedenen Bücher im Kopf zu behalten. So hatte ich nun trotz Nachblätterns doch einige Startschwierigkeiten, weil ich mich nicht sicher erinnern konnte, welche Figuren ich bereits kennen müsste und welche neu hinzugekommen sind. Mit der Zeit habe ich mich Dank Neles Erinnerungen und Alex’ Aufzeichnungen aber halbwegs wieder eingefunden und konnte die wichtigsten Verbindungen herstellen. Vorkenntnisse sind für das Verständnis der Handlung aber auf jeden Fall notwendig.

Darüber hinaus habe ich Eisblaue Augen damals für einen Einzelband gehalten und war – obwohl das Ende einige Fragen offen gelassen hatte – überrascht, dass es nun überhaupt eine Fortsetzung gibt.
Diesmal ist Nele die Ich-Erzählerin der Geschichte und lässt den Leser an ihrer Trauer über den Verlust ihrer Schwester sowie an den neu erwachenden Hoffnungen teilhaben.

Nach der unerwarteten Begegnung wird die Geschichte direkt spannend: War die Frau, die Nele gesehen hat, wirklich Alex? Wird Nele sie finden? Was hat sie in der Zwischenzeit erlebt? Die Welt der Ellyll und ihrer Gegenspieler, in die Nele nach und nach hineingerät, ist interessant beschrieben. Viele offene Punkte aus dem ersten Band werden angesprochen und aufgeklärt. Dabei gibt es einige überraschende Ereignisse, die für unerwartete Wendungen und viel Abwechslung sorgen.

Allerdings gibt es, besonders zu Ende, auch Handlungsteile, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte, da sie relativ schnell abgehandelt werden.
Schwer getan habe ich mich auch mit den Emotionen. Obwohl Nele die verschiedensten Gefühle erlebt, konnte ich diese nicht richtig mitfühlen, was teilweise daran gelegen haben mag, dass zwischen den schnell aufeinanderfolgenden actionreichen Szenen kaum Zeit zum Verschnaufen und Verarbeiten bleibt.
Während ich das Ende des ersten Teils – den ich allerdings zu diesem Zeitpunkt für alleinstehend gehalten habe – recht ernüchternd fand, war es mir diesmal zu erzwungen kitschig.

Trotz Spannung, unerwarteter Wendungen und abwechslungsreicher Gefühle konnte mich die Geschichte nicht richtig packen. Ich habe mich nicht wirklich in Nele hindenken können, sodass eigentlich vorhandene Emotionen bei mir leider nicht ankamen.